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Löste auf Schalke den erfahrenen Ralf Fährmann zwischen den Pfosten ab: Alexander Nübel.

U21

Mini-Manu im Aufwind

U21-Torwart Alexander Nübel wird eine große Zukunft prophezeit.

Ein wenig fühlte sich Manuel Neuer an seinen ersten großen Titel mit der U21 vor zehn Jahren erinnert. „Parallelen sind schon da“, sagte der 33-jährige Nationaltorhüter mit Blick auf Alexander Nübel, seinen aktuellen Nachfolger im Tor des FC Schalke 04 und der deutschen U21. „Wir haben vor zehn Jahren das Turnier in Schweden gespielt, sind damals Europameister geworden. Viele Spieler haben das Sprungbrett genutzt und sind dann hoch zur Nationalmannschaft gekommen.“ Ähnliches könnte nun dem elf Jahre jüngeren Nübel gelingen: über den EM-Titel mit der U21 zur A-Elf.

„Ziel ist natürlich immer die A-Nationalmannschaft, für jeden Fußballer. Jedes Kind will mal in der Nationalmannschaft spielen“, sagte Nübel im EM-Trainingslager. „Es gibt fast nichts Schöneres, als die Nationalhymne zu singen und für Deutschland zu spielen.“ Nach einem halben Jahr als Stammspieler auf Schalke hat Nübel, dessen Spitzname in Anlehnung an seinen berühmten Vorgänger „Mini-Manu“ lautet, gute Chancen auf den Platz im deutschen Tor bei der U21-EM.

Köpke schaut genau hin

Mit dem ein Jahr jüngeren Florian Müller, Stammtorhüter bei Mainz 05, konkurriert Nübel um die Nummer eins. „Wir stacheln uns auf jeden Fall gegenseitig an, kommen gut miteinander klar“, beschreibt Nübel das Verhältnis. Wer im Tor steht, will U21-Trainer Stefan Kuntz kurz vor dem ersten Spiel am Montag gegen Dänemark entscheiden. „Wir beobachten ihre Entwicklung genauestens“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke über Nübel und Müller. „Eine U21-Europameisterschaft bringt die Jungs weiter. Ich bin froh, dass in der Bundesliga wieder junge deutsche Torhüter auf höchstem Niveau zum Einsatz kommen.“ Nachwuchsprobleme auf der Torhüter-Position in Deutschland sieht Nübel ohnehin nicht. Die 27 Jahre alten Marc-André ter Stegen und Bernd Leno könnten noch viele Jahre spielen, sagte er. „Ich glaube, in der Zeit kommen immer wieder Torhüter nach, deswegen sehe ich da überhaupt kein Problem.“ Auch Neuer ist überzeugt: „Bei den jungen Torhütern merkt man, dass einige im Alter zwischen 22 und 25 nachkommen. Von daher brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“

Vor einer möglichen Zukunft in der A-Nationalelf will Nübel nun aber erst einmal mit der U21 die EM spielen. Auch Fragen zu Gerüchten über einen Wechsel zum FC Bayern München blockte der 1,93 Meter große Blondschopf lächelnd ab: „Aktuell konzentriere ich mich voll auf die U21.“ Das ist nachvollziehbar.

Dort übernimmt Nübel mehr und mehr Verantwortung. „Alex unterschätzt man manchmal ein bisschen, weil er noch so jung aussieht, aber er hatte schon vorher einen hohen Stellenwert in der Mannschaft“, sagte Kuntz. Nübel ist sich seiner Rolle bewusst: „Ich glaube, ein Torwart muss immer ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen. Ich will dem Team Sicherheit geben, vor allem in den Spielen.“

Sein erstes Turnier im Profibereich geht der Ostwestfale voller Vorfreude an: „Ich habe noch kein Turnier gespielt und möchte gerne erfahren, wie so etwas ist. Ich hoffe, daraus kann man viel lernen und viel mitnehmen.“ Auch der K.-o.-Runde mit einem möglichen Elfmeterschießen blickt Nübel ganz gelassen entgegen: „Das ist das Schöne, diese Do-or-die-Spiele, da will jeder Fußballer hin.“ (dpa)

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