Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+

Hooliganprozess

Mildes Urteil gegen rechte Hooligans

Vor fast fünf Jahren überfallen rechte Hooligans die Party einer linken Werder-Fan-Gruppierung und verprügeln mehrere Gäste. Das Amtsgericht verhängt dafür Geldstrafen

Der Prozess um einen Überfall rechter Hooligans auf eine Party einer linken Fan-Gruppe von Werder Bremen vor bald fünf Jahren ist wie erwartet mit milden Geldstrafen zwischen 450 und 2.000 Euro zu Ende gegangen. Bei zwei der sieben Angeklagten setzte das Amtsgericht Bremen die Strafen sogar zur Bewährung aus. Im Juristen-Jargon heißt das „Verwarnung mit Strafvorbehalt“.

Werder Bremen vor bald fünf Jahren ist wie erwartet mit milden Geldstrafen zwischen 450 und 2.000 Euro zu Ende gegangen.

Der Prozess hatte im Vorlauf einige Kritik ausgelöst, weil das Gericht mit Verteidigern und Staatsanwaltschaft ausgehandelt hatte, milde Geldstrafen zu verhängen, wenn die Angeklagten gestehen sollten. Dadurch sollte ein langwieriges Verfahren mit mehr als 60 Zeugen und ungewissem Ausgang vermieden werden.

Am Donnerstag nun stimmten Anklage und Verteidigung dem Deal endgültig zu. Die Hooligans räumten über ihre Anwälte kurz und knapp ihre Tatbeteiligung ein, äußerten aber kein Wort der Reue.

Das erweiterte Schöffengericht verurteilte schließlich fünf Angeklagte wegen schweren Hausfriedensbruchs und die anderen zwei auch noch wegen gefährlicher Körperverletzung. Einer der Verurteilten ist Sänger einer gewaltverherrlichenden Band; 1991 war er an einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim beteiligt.

Noch am Mittwochabend waren Hunderte von Demonstranten zum Gericht gezogen, um gegen „Verharmlosung von rechter Gewalt“ und „Entpolitisierung von Prozessen“ zu protestieren. Auch Linke- und Grünen-Politiker hatten heftige Kritik geübt – nicht nur wegen der angekündigten milden Bestrafung, sondern auch, weil am ersten Prozesstag Rechte angeblich ungehindert Linke bedroht und fotografiert hatten.

In seiner Urteilsbegründung versicherte der Vorsitzende Richter, die Justiz wolle den „durchaus brutalen“ Überfall nicht bagatellisieren. Das Gericht urteile aber nicht über politische Gesinnung, sondern müsse die konkrete Tatbeteiligung nachweisen; die Beweislage sei jedoch „höchst problematisch“. Deshalb sei es sinnvoll, das Verfahren einvernehmlich zu beenden, statt es womöglich jahrelang durch die Instanzen zu führen.

Schon jetzt, so der Vorsitzende Richter, seien vier Jahre und acht Monate seit der Tat vergangen. Diese Verzögerung liege vor allem an der Überlastung der Justiz und müsse nach höchstrichterlicher Rechtsprechung mit ins Urteil einfließen. Deshalb gelte rund ein Drittel des Strafmaßes bereits als verbüßt, so dass sich die Geldbeträge letztlich auf 300 bis 1.320?Euro verringerten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare