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Frank Mauer schießt den Titelverteidiger EHC Red Bull München zum Sieg.

Eishockey

Mauer erlöst München zum DEL-Finalauftakt

Ein früherer Mannheimer entscheidet das erste Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft

Siegtorschütze Frank Mauer war nicht zufrieden. „Glücklich“ aber war der Olympia-Zweite des EHC Red Bull München natürlich. Gleich im ersten Final-Duell der beiden Eishockey-Topclubs Mannheim und München erlebte der 31-Jährige eine emotionale Rückkehr in seine frühere Heimat. Mauer erlöste den Titelverteidiger mit dem 2:1 in der Verlängerung – und schockte die Adler Mannheim. „Im wichtigen Moment war der Frankie da“, lobte Teamkollege Yannic Seidenberg am späten Donnerstagabend: „Für ihn ist es sicher etwas Besonderes.“

Mauer ist in Heidelberg geboren, mit der S-Bahn sind es von da aus gerade einmal zwölf Minuten zur Mannheimer Arena. Bei den Adlern war er zum DEL-Profi und Nationalspieler gereift, bei ihrem letzten Titel 2015 trug der Stürmer noch deren Trikot. Nun raubte Mauer dem Hauptrunden-Ersten mit seinem entscheidenden Tor erstmal den Heimvorteil. Und ermöglichte München zugleich die Chance, am Samstag (20.00 Uhr/Sport1 und MagentaSport) vor eigenem Publikum in der Best-of-Seven-Serie mit 2:0 in Führung gehen zu können.

Mauer ärgerte aber die anfängliche Passivität seiner Münchner beim Final-Auftakt. Anfangs habe der Meister von 2016, 2017 und 2018 „zu viel zugeschaut“, haderte er. „Wir sind immer besser ins Spiel gekommen. Wir müssen aber trotzdem besser werden, weil die Adler auch zulegen werden“, sagte Mauer bei MagentaSport.

Die Mannheimer waren lange das spielbestimmende Team gewesen, müssen sich aber vorwerfen lassen, in der ersten von maximal sieben Begegnungen eine große Möglichkeit ausgelassen zu haben. Benjamin Smith hatte die Gastgeber vor 13 600 Zuschauern in Führung geschossen (24. Minute). Dem langjährigen NHL-Profi Matt Stajan gelang im Schlussdrittel der Ausgleich (48.). 99 Sekunden vor dem Ende der ersten Verlängerung fälschte Mauer dann einen Schuss von Verteidiger Daryl Boyle zur Entscheidung ab – und wendete das Spiel damit komplett.

Mannheims Trainer Pavel Gross versuchte, seine Adler gleich wieder aufzurichten. „Wir müssen den Kopf hochhalten. Da müssen wir jetzt durch. Das ist halt so“, sagte der 50-Jährige und bilanzierte: „Die Münchner haben es durch ihre Erfahrung geschafft.“ Zum vierten Mal in Serie steht Champions-League-Finalist München mit Trainer Don Jackson im Endspiel der Deutschen Eishockey Liga und will als erstes DEL-Team zum vierten Mal nacheinander triumphieren. Siegtorschütze Mauer könnte bereits im fünften Jahr am Stück den Meisterpokal holen.

Überbewerten wollten das erste Spiel jedoch weder Mannheimer noch Münchner. Schließlich steht der Meister erst nach dem vierten Erfolg fest. „Mit einem Sieg fährt man mit einem guten Gefühl nach Hause. Aber man darf nicht zu hoch sein mit den Emotionen“, warnte Münchens Seidenberg. Und Mannheims Torjäger Markus Eisenschmid gab als Parole aus: „Wenn wir unsere Chancen nutzen, sieht es in München anders aus.“ (dpa)

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