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Hertha BSC

Markolinho

Hertha hat ein Herz für Exzentriker, doch Pantelic darf es nicht übertreiben.

Von WOLFGANG HETTFLEISCH

Sie haben bei Hertha BSC viel Erfahrung mit schwierigen Charakteren. Das Auf und Nieder in der Hassliebe zwischen dem ebenso genialen wie schwer erziehbaren Marcelinho und dem Bundesligisten aus der Hauptstadt bot jahrelang beste Unterhaltung. Alex "Kung-Fu" Alves war hinsichtlich seiner Eskapaden dem brasilianischen Landsmann und Nachfolger ebenbürtig. Und die lebenshungrigen Jungstars Kevin Boateng und Ashkan Dejagah wurden im Berliner Boulevard als Kindsköpfe vom Kiez inszeniert, ehe sie Heimatstadt und -klub eilig den Rücken kehrten.

Aktuell besetzt die in Berlin offenbar regelmäßig ausgeschriebene Stelle des schwer erziehbaren Publikumslieblings Marko Pantelic. Der Serbe besitzt alles, was es dafür braucht. Er versemmelt Elfmeter, die er nicht schießen soll, versäumt schon mal unentschuldigt eine Trainingseinheit, stänkert munter gegen seine Vorgesetzten - und befördert regelmäßig den Ball ins gegnerische Tor. Zum 3:0 der Hertha am Mittwoch gegen Hannover ebnete der 30-Jährige den Weg, als er den Führungstreffer erzielte. Dass er überhaupt hatte auflaufen dürfen, kann man wahlweise als Großmut oder als Ausdruck von Resignation deuten. Denn am Morgen des Spieltags hatten die Hertha-Verantwortlichen in der Sport-Bild lesen dürfen, was Pantelic von ihnen hält. Zitat: "Bei Hertha schützen mich die Fans (...), aber selten die Entscheidungsträger."

"Markolinho" ist beleidigt. Mal wieder. Er fühlt sich und seine Leistung nicht ausreichend gewürdigt, klagt, dass seine Verdienste um den Verein "kaputtgeredet" würden, und fordert mehr Geld, soll er seinen nächsten Sommer auslaufenden Vertrag verlängern.

Manager Dieter Hoeneß, lange so etwas wie der hauptamtliche Pantelic-Versteher im Klub , kann im Interview des Stürmers partout nichts Aufregendes finden. Dabei würde dessen Resümee "Ich habe die Schnauze voll" bei jedem anderen Bundesligisten, geäußert von einem Spieler vergleichbaren Kalibers, sofort Alarmstufe Rot auslösen. "Nebensächlichkeiten", behauptet hingegen Hoeneß.

Vielleicht machen ja sechs Pflichtspiele ohne Niederlage und Bundesliga-Tabellenplatz fünf gelassen. Oder Hoeneß beugt sich vorerst schlicht der Einsicht, die Bedrohung des Betriebsfriedens durch Marko Pantelic sei letztlich nicht ganz so groß wie das sportliche Risiko, es auf dem Platz ohne den Knipser richten zu müssen.

Allerdings wäre da ja noch Hertha-Trainer Lucien Favre. Der gab nach dem Sieg gegen Hannover offiziell den Pragmatiker: "Wenn Pantelic gut spielt, bleibt er auf dem Platz, wenn er schlecht spielt, setze ich ihn auf die Bank." Unverkennbar ist freilich auch, dass die beiden keine Freunde mehr werden.

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