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Luftloch mit fatalen Folgen

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Fassungslos: Schiri Weiner (links) schickt Ivanschitz vom Platz.
Fassungslos: Schiri Weiner (links) schickt Ivanschitz vom Platz. © dpa

Weil Andreas Ivanschitz bereits nach vier Minuten Rot sieht, sind die Mainzer Verantwortlichen ziemlich sauer. In Zukunft soll es den Spielern für solche Aussetzer ans Portemonnaie gehen.

Über Ostern war Andreas Ivanschitz abgetaucht. Wer den österreichischen Spielmacher des FSV Mainz 05 befragen wollte, hatte Pech. Das Handy war aus. Schon am späten Samstagnachmittag war Ivanschitz allen potenziellen Fragestellern ausgewichen, der 26-Jährige hatte sich nach der 0:2 (0:2)-Niederlage der Rheinhessen beim 1. FC Nürnberg wortlos in den Mannschaftsbus geflüchtet.

Auf der Rückfahrt werden ihn seine Teamkollegen eventuell ins Gebet genommen haben. Denn sie waren nicht sonderlich gut auf ihren Mitspieler mit der Rückennummer 25 zu sprechen. Ivanschitz hatte bereits in der vierten Minute der Begegnung die Rote Karte gesehen, womit "die Arbeit von einer Woche zunichte gemacht" (Trainer Thomas Tuchel) worden war und die Mainzer anschließend dem "Club" wenig entgegensetzen konnten. Nach einem Gerangel mit dem Nürnberger Verteidiger Javier Pinola war der Offensivspieler aus dem Gleichgewicht geraten und hatte nach dem Argentinier getreten.

Schiedsrichter Michael Weiner sah in der Ivanschitz´ Aktion "ein versuchtes Treten" gegen Pinola und darin eine grobe Unsportlichkeit. Mit seinem Platzverweis nach 188 Sekunden wurde Ivanschitz zum Bundesliga-Rekordhalter und löste Markus Babbel ab, der als Verteidiger von Bayern München in am 15. Oktober 1997 im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nach 193 Sekunden vom Platz geflogen war. Für Tuchel war der Platzverweis indes übertrieben. Im Südwestfunk sprach der Trainer am Abend davon, dass der Österreicher lediglich eine "Ausgleichbewegung" gemacht habe, um die Balance zu halten.

Die Mainzer Offiziellen waren dagegen ungehaltener als der Coach. Und es setzte eine ordentlichen Rüffel für Ivanschitz. "Er ist dafür verantwortlich, dass wir verloren haben. Ich hatte das Gefühl, dass wir schon nach fünf Minuten wieder nach Hause hätten fahren können", wetterte Manager Christian Heidel. Auch Präsident Harald Strutz war bedient: "Mit dieser Disziplinlosigkeit haben wir uns das Spiel selbst kaputt gemacht."

Heidel hat davon nun genug. "Das war die dritte Rote Karte, über die man zwar streiten kann", sagte der Manager, "die aber aus einer Überreaktion entstanden ist." Heidel meint damit die Feldverweise von Florian Heller (gegen Bremen, 14. Minute), Aristide Bancé (gegen Köln, 27. Minute) und nun von Ivanschitz, die jeweils frühzeitig alle Planspiele über Haufen geworfen hatten. Heidel will "einschreiten. Ich werde die Spieler darauf hinweisen, dass das in Zukunft ans Portemonnaie geht."

Andreas Ivanschitz dürfte eventuell der erste sein, der blechen muss. Heidel hätte auch schon einen Verwendungszweck für das Geld: "Eigentlich müsste er die Reisekosten übernehmen." (dpa/hunz)

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