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Etablierter Import: Die Frankfurterin Alexandra Krieger (links).
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Etablierter Import: Die Frankfurterin Alexandra Krieger (links).

Frauenfußball

Die Liga wird bunter

In der Frauen-Bundesliga tummeln sich immer mehr Profis internationaler Herkunft - auch Weltfußballerinnen aus Asien und Afrika. Von Matthias Kittmann

Von Matthias Kittmann

Die Liga der Welt- und Europameisterinnen - sie war bislang ein ziemlich exklusiver Klub. Exklusiv ausländischer Stars, aber auch exklusiv der Berufsgruppe Spielerberater. Doch zum Start in die 20. Jubiläumssaison der Frauenfußball-Bundesliga hat sich einiges geändert. Vor allem weil sich mehr Geld im Kreislauf befindet, spielen ausländische Stars und Spielerberater eine größere Rolle als früher.

Vom bunten Vielvölker-Gemisch der Männer ist die Frauenliga allerdings noch weit entfernt. So sind deutsche Kickerinnen zwar im Ausland hoch begehrt - nach Brasiliens Superstar Marta wurden deutschen Nationalspierinnen für die neugegründete US-Profiliga WPS die höchsten Summen geboten - doch in Deutschland wiederum schaffen es Ausländerinnen im Gegenzug, kaum Fuß zu fassen.

Bestes Beispiel: Brasiliens Cristiane, zuletzt immerhin Zweite bei der Wahl zur Weltfuballerin, konnte sich vor zwei Jahren weder bei Turbine Potsdam, noch beim VfL Wolfsburg richtig durchsetzen. Den Rhythmus bestimmen die deutschen Stars, der Rest der Welt schaute bislang staunend zu. Einzige Ausnahme in jüngster Vergangenheit: Die US-Nationalspielerin Alexandra Krieger, entscheidende Mittelfeldakteurin beim 1. FFC Frankfurt bei dessen Triple-Triumph 2008.

Dabei gibt es besonders in Schweden oder Norwegen Spielerinnen, die selbst Spitzenteams verstärken können. Doch die gelten erstens als sehr heimatverbunden, zudem wird in Skandinavien nicht schlecht bezahlt. Und zum Salär kommen hohe Nebenkosten bei einem deutschen Engagement. Das konnten und wollten sich nicht viele deutsche Klubs leisten. Doch je mehr Geld im Frauenfußball bewegt wird, je interessanter wird der internationale Markt. "Viele Amerikanerinnen würden gerne in Deutschland spielen", sagt Brian Eylert, der nicht nur Alexandra Krieger vertritt, sondern auch Profis wie Gregg Berhalter (Los Angeles) oder Michael Bradley (Mönchengladbach). Gerade die eher dem Mittelmaß zugerechneten Teams greifen neuerdings gerne im exotischen Segment zu.

Doch auch der deutsche Markt bewegt sich. Bislang war meistens der Papa auch der Manager. Mittlerweile drängen professionelle Agenturen auf den Markt, die bislang nur Männer vertreten haben. Etwa "profipartner24". Die in Siegen ansässige Agentur, die auch Nationalspieler Cacau vertritt, war bei vielen Wechseln beteiligt. Unter anderem beim Transfer von Vorzeige-Girlie Fatmire Bajramaj vom Uefa-Cup-Champion FCR Duisburg zu Meister Turbine Potsdam. Insgesamt stehen fünf Nationalspielerinnen bei der Firma unter Vetrag.

Aber noch immer zählen die persönlichen Kontakte. Der Wechsel von Schwedens Nationalverteidigerin Sara Thunebro zum 1. FFC Frankfurt wäre ohne das Gastspiel von Nationaltorfrau Nadine Angerer vor einem Jahr bei Thunebros Ex-Klub Djurgardens Stockholm wohl kaum über die Bühne gegangen. Und Schwedens Mittelfeldstar Lotta Schelin, aktuell bei Olympique Lyon aktiv, ließ sich beim Testspiel jetzt in Frankfurt schon mal Angerers neue Nummer geben: "Man kann nie wissen", meinte sie, "deutsch erscheint mir leichter als französisch." Erst recht, weil in Frankfurt (fast) jeder englisch spricht. Die Liga wird in Zukunft wohl noch bunter werden.

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