Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schwarzgelbe Botschaft: Das Resultat der Sprüher Hans-Joachim Watzke und Franz Koch.
+
Schwarzgelbe Botschaft: Das Resultat der Sprüher Hans-Joachim Watzke und Franz Koch.

Borussia Dortmund in der Champions League

Liebe mit Grenzen

Der deutsche Meister steht vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Ein Frühjahr mit Europapokal ist für das Wachstum von Borussia Dortmund unverzichtbar.

Von xxxml

Der deutsche Meister steht vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Ein Frühjahr mit Europapokal ist für das Wachstum von Borussia Dortmund unverzichtbar.

Vergangenen Mittwoch sind in Dortmund zwei Geschäftsleute von doch sehr unterschiedlicher Natur zusammengekommen. Einerseits Hans-Joachim Watzke, geboren vor 51 Jahren im nordrhein-westfälischen Marsberg, andererseits Franz Koch, geboren vor 32 Jahren in der schleswig-holsteinischen Hansestadt Lübeck.

Watzke war früher mal Geschäftsführer der Watex-Schutzbekleidungs GmbH. Seit 2005 ist er die zentrale Figur im Management des Fußballvereins Borussia Dortmund. Und wenn er es auch manchmal mit der Zurschaustellung seiner Verdienste um den Bundesligisten doch etwas übertreibt ? viele Fans und einige Journalisten feiern ihren „Aki“ wohl zu Recht als Retter beziehungsweise als Leiter des Wiederaufbaus, der in der vergangenen Saison gar die deutsche Meisterschaft zur Folge hatte.

Koch wiederum war mal Freizeit-Surfer, ambitionierter Hockeyspieler, herausragender Student in Leipzig und Sydney und in jungen Jahren bei Puma schon Leiter der Abteilung Globale Strategie. Seit Mitte März 2011 ist er von Jochen Zeitz’ Gnaden gar Vorstandsvorsitzender beim fränkischen Sportartikelhersteller. Zusammen mit Zeitz, dem Puma-Allmächtigen, hatte Koch einen Wachstumsplan für das Unternehmen erarbeitet, Arbeitstitel: „Back on the Attack 2011-2015“.

Am besagten Mittwoch fanden sich Watzke und Koch nach einer gemeinsamen Pressekonferenz also vor einer gelben Wand ein. Ein jeder von beiden hielt eine Spraydose in der Hand. Stencils, also von geschickten Händen vorgearbeitete Graffitischablonen, wurden an die Wand geklebt. Watzke und Koch sprühten unter professioneller Anleitung drauf los, als Ergebnis war neben einem BVB-Logo Folgendes zu lesen: Echte Liebe ist gelb.

Die Gunst der Stunde

Eine Liebe zwischen Klub und künftigem Trikotsponsor ist das, die sich Puma in den kommenden acht Jahren angeblich 50 Millionen Euro kosten lässt. Watzke sagte: „Die sportlichen Erfolge und die Strahlkraft von Borussia Dortmund wurden entsprechend gewürdigt. Wir haben uns in den vergangenen Jahren nie verschlechtert – auch was den Tabellenrang anbetrifft.“ Koch hingegen hielt sich mit Worten zurück, brachte, wie allerlei Fotos beweisen, wiederholt sein freundlichstes Geschäftslächeln zustande.

Die Geschäftspartner Watzke und Koch eint der Drang, aber auch der Zwang zum Wachstum. Während Koch der Marke Puma mit der Rückkehr zum Kerngeschäft Fußball wieder einen sportlicheren Charakter verleihen und dadurch bis 2015 ein Umsatzvolumen von vier Milliarden Euro erwirtschaften will, geht es Watzke um die Konservierung der Euphorie aus dem Meisterschaftsjahr.

Eine Basis für Fortschritt muss beim siebenmaligen deutschen Meister geschaffen, die Gunst der Stunde unbedingt genutzt werden. Nicht morgen. Jetzt. Denn, wenn sich die Borussia auf Dauer hinter dem uneinholbaren FC Bayern München und vor Schalke 04 als zweistärkste Fußballmarke in Deutschland positionieren will, darf nichts von der Fantasie verloren gehen, die man in diesen Tagen mit den Schwarzgelben in Verbindung bringt. Emotionen müssen weiterhin geschürt, Glücksmomente provoziert werden. Das ist die Gelegenheit für den BVB, um seine Zukunft aktiv zu gestalten.

Womit wir schließlich bei der Krux an der ganzen Unternehmung angekommen wären, nämlich bei der gegenwärtigen Situation der Borussia in der Champions League und dem Spiel am Dienstag Abend gegen Olympiakos Piräus (20.45 Uhr, Sky). Nach drei Spieltagen in der an sich nicht allzu hochkarätig besetzten Gruppe F ist das Team von Trainer Jürgen Klopp mit nur einem Punkt Tabellenletzter.

Gegen die Griechen braucht es unbedingt einen Sieg, um die Chance aufs Achtelfinale oder zumindest auf die Teilnahme an der Europa League zu wahren. Neven Subotic, der Innenverteidiger, erklärte am Montag: „Das ist das wichtigste Spiel der Saison.“ Ob der Serbe weiß, dass sein Satz zum Spiel weit über das Sportliche hinausgeht? Für die angedachte Entwicklung des Vereins Borussia Dortmund ist ein Frühjahr im Europapokal jedenfalls unverzichtbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare