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Abschied für David Coulthard (Mi.), Showdown für Lewis Hamilton und Felipe Massa.
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Abschied für David Coulthard (Mi.), Showdown für Lewis Hamilton und Felipe Massa.

Formel 1

Letzte Runde in der Psycho-WM

Das Formel-1-Duell zwischen Lewis Hamilton und Felipe Massa wird voraussichtlich im Kopf entschieden.

Von ELMAR BRÜMMER

Auf den Punkt kommen, nichts anderes wird von den WM-Kandidaten Lewis Hamilton und Felipe Massa jetzt noch verlangt. Aber was ist beim Formel-1-Finale schwieriger: Einen fünften Platz und damit entscheidende vier Punkte im Silberpfeil einfahren, oder auf Gedeih und Verderb im Ferrari siegen und auf Pannen beim Spitzenreiter hoffen? Zum wiederholten Mal wird der Große Preis von Brasilien zur eiligen Drucksache. Ein Rennen gegen die Bremse im Kopf.

Über Ängste spricht man nicht im PS-Gewerbe, und wenn, dann nur abfällig. Herausforderer Felipe Massa hat gestanden, dass er extreme Höhenangst hat; Lewis Hamilton hat Bammel vorm Weißen Hai. Auf der Piste müssen sie nur sich selbst fürchten, oder die Konkurrenz. Erste Favoritenpflicht auf den 71 Runden Berg- und Talbahn am Sonntag (18 Uhr): Bloß fernbleiben von Konfrontationen und Kollisionen. Die Geschichte dieser Kapriolensaison mit ihren missglückten Duellen und anschließenden Bestrafungen zeigt, wie schwierig das ist. "Gerade wir Ferraristi haben doch im letzten Titelkampf gesehen, dass alles möglich ist", unkt Rekordchampion Michael Schumacher, "Felipe kann nur gewinnen..."

"Es ist einfach nur ein weiteres Rennen für mich", behauptet Lewis Hamilton nach dem obligatorischen Händeschütteln mit seinem Kontrahenten in São Paulo. Wenn's so einfach wäre. Es ist das wichtigste Rennen im Leben beider Kandidaten: Hamilton, der 94 WM-Punkte auf dem Konto hat, kann mit 23 Jahren neun Monaten und 26 Tagen jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte werden, der erste farbige dazu. Der 27 Jahre alte Massa, derzeit 87 Zähler, kann nach 17 Jahren der Rennfahrernation Brasilien wieder einen Titel bescheren. Hamilton würde McLaren-Mercedes den ersten Titel in diesem Jahrtausend bescheren, England wartet seit 1996 auf einen Champion. Insbesondere Lewis Hamilton würde einen Knacks davontragen, zum zweiten Mal in Folge einen beinahe komfortablen Vorsprung auf den letzten Runden des Jahres noch zu verspielen. Hamilton hat versucht, die Löschtaste zu drücken und die Erinnerungen an das Debakel vom Vorjahr zu vergessen: "Ich wusste, dass ich entweder mit einem riesigen Erfolg oder einer riesigen Enttäuschung nach Hause fahren würde, und dann hatte ich meine Emotionen nicht so ganz im Griff." Alles ist bereit für eine Psycho-WM.

Köpfchen ist gefragt: Die Auf und Abs der Saison zeigen, dass die Titelkontrahenten sich einige emotionale Durchhänger geleistet haben. Beide sind Protagonisten mit Mängeln, nur dadurch konnte es überhaupt zu diesem zugespitzten Endlauf kommen. Massas Manko war die mangelnde Übersicht unter schwierigen Bedingungen, Hamiltons Problem sein Übereifer. Nicht unbedingt der beste wird zum Weltmeister gekürt, aber vielleicht der coolste. Wer wirkt abgeklärter, wer ist es wirklich? "Der stärkste wird der, der dem Druck stand hält", weiß Hamilton. Homöopathen und Gabelbieger haben sich in den letzten Tagen als Seelenklempner angeboten. Es bleibt nur die Flucht nach vorne.

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