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Marco Reus hat auf ziemlich lässige Art seinen Beitrag zu den drei Gladbacher Toren geleistet.

Gladbach besiegt VfB

Leicht, locker, Reus

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Borussia Mönchengladbach lässt sich auch im Schwabenland nicht stoppen. Der 3:0-Sieg beim VfB Stuttgart erfolgt auf eine Art und Weise, der Gladbach in den Rang der Titelfavoriten hebt. Marco Reus hat daran gehörigen Anteil.

Vielleicht hat Marco Reus noch nicht wirklich mitbekommen, dass hierzulande gerade der Winter Einzug hält. Jedenfalls hat der Himmelsstürmer der Liga allen Ernstes nur in roten Turnschuhen, blauer Jeans, Schlabbershirt und leichter Lederjacke die Arena im Schwabenland verlassen, so als vergnüge er sich gleich mit seinen Kumpels noch bei einem Sommerkonzert.

Die Lässigkeit, die der blonde Irrwisch von Borussia Mönchengladbach am gestrigen Abend schlussendlich beim Abgang zur Show trug, demonstrierte indes vortrefflich, wie leicht und locker seine Mannschaft sich der Aufgabe beim VfB Stuttgart entledigt hatte.

Reus ragt wieder heraus

Der verdiente wie beeindruckende 3:0 (1:0)-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart ließ keinerlei Zweifel aufkommen, dass dieses beschwingte Gladbach den Vergleich mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund oder Schalke 04 nicht scheuen müssen. „Wir sind als Team überragend, weil einer für den anderen kämpft. Und dann spielen wir unseren Stiefel“, konstatierte Reus nach einer Darbietung, die die Rheinländer in den Rang der Titelfavoriten erhebt.

Mike Hanke mit einem Kopfballtor nach Reus-Freistoß (31.), der herausragende Reus selbst (81.) und schließlich der eingewechselte Igor de Camargo (84.) jeweils nach Vorlagen von Youngster Patrick Herrmann machten den zwölften Saisonsieg perfekt.

Sportchef Max Eberl hatte jedenfalls alle Mühe, für die Borussia weiterhin Bodenhaftung auszurufen. „Wir hätten vielleicht früher das 2:0 machen müssen, dafür waren unsere Konter wieder eine Augenweide. Es macht mich stolz, wie die Mannschaft zusammen agiert.“

Gladbach harmoniert perfekt

Es ist in der Tat die Mixtur aus Kollektiv- und Konterfußball, mit der das perfekt harmonierende Ensemble von Lucien Favre das nächste Erfolgserlebnis davontrug.

Favre blickte nach der Begegnung noch einmal im Schnelldurchgang auf den raschen Reifeprozess der Seinen zurück, die in der Vorsaison am Neckar eine 0:7-Demütigung erlebt hatten. Nun ist fast dieselbe Elf auf bestem Wege, im nächsten Jahr international aufzutreten. „Klasse“ fand auch der Schweizer Fußballlehrer die Aufführung, „wir waren besser.“

Und das zeitweise fast um eine Klasse. Kein Wunder, dass die Fans selige Gesänge auf den Europapokal anstimmten. „Bei uns wird niemand abheben“, insistierte Eberl, „wir stellen uns nur aufs nächste Auswärtsspiel in Wolfsburg ein.“

Hilfloser VfB-Trainer Labbadia

Es scheint der richtige Weg zu sein: Jederzeit konzentriert und fokussiert ging der Tabellenvierte ans Werk, der nahtlos an die starke Leistung zum Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern anzuknüpfen vermochte. Das hatte vor allem das schwäbische Publikum nicht erwartet, dass seine Missfallenskundgebungen über den ideenlosen Auftritt der mit Vedad Ibisevic aus Hoffenheim verstärkten VfB-Elf deutlich Luft machte.

Bezeichnend wie Serdar Tasci in der 41. Minute unbedrängt den Ball in der eigenen Hälfte halbhoch ins Seitenaus schob – direkt in die Arme des hilflosen Trainers Bruno Labbadia. „Es ärgert mich, dass wir wieder bei einem Standard nicht wach genug waren“, jammerte hernach der VfB-Coach, „bei uns fehlt jede Leichtigkeit.“

Zudem auch jene Selbstsicherheit und jene Courage, die gerade die Gladbacher nach außen kehren. Und sei es bei der Kleidungswahl.

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