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Die Lehre vom internationalen Fußball

Borussia Dortmund verliert trotz guter Leistung in der Champions League bei Olympique Marseille

. Als Jürgen Klopp zu seinem Jungstar Mario Götze trabte zum Trösten, hatte der schon das grellorangefarbene Trikot der Gegner übergestreift. Es hatte 93 Minuten internationalen Fußballs gebraucht, keine Sekunde weniger, um die Dortmunder zu desillusionieren. Das derbe 0:3 (0:1) in Marseille ließ sich schließlich trotz größten Kampfes nicht verhindern.

In gewisser Weise steht Borussia Dortmund dem Wandel des Ruhrgebiets entgegen. Früher stand die Gegend zwischen Dortmund und Duisburg für die industrielle Revolution in Deutschland mit seinen Kohlebergwerken und Schornsteinen. Heute lebt die Gegend von Versicherungen, aber die Menschen der harten Arbeit sind noch da. Deswegen erfreut sich die Borussia so großer Popularität. Der Klub ist zwar inzwischen börsennotiert und ein modernes Fußballunternehmen, das Champions League spielt, aber zu den Wurzeln der Region steht die Mannschaft, als wären der Trainer Jürgen Klopp und die meisten seiner Profis nicht aus der Fremde importiert, sondern die logische Entwicklung aus Generationen Arbeiterumfeld.

Das Spiel in Marseille hat das gestern so krass veranschaulicht wie nur wenige Spiele der Borussia in den vergangenen Wochen. Die Hemdsärmeligkeit, die der Trainer in fast allen Lebenslagen ausstrahlt, ist der Mannschaft Klopps auf dem Feld anzumerken. Sie laufen, sie rücken auf und machen die Räume eng, sie zwingen den Gegner durch dauerndes Pressing zu Fehlern am eigenen Strafraum, sie spielen mit größerem Risiko und treffen Pfosten (Mario Götze) und Latte (Lucas Barrios 88.), aber dann entscheiden eigene individuelle Fehler, Sekundenaussetzer, ein Spiel auch noch in einer Höhe, als habe Olympique die Borussia in Grund Boden gespielt. Selten hat wohl in der Champions League ein Team mit solchen Werten in Lauf- und Kampfbereitschaft so hoch und so unglücklich verloren wie Dortmund in Marseille. Nicht einmal nach dem 0:3 ließen die Dortmunder die Köpfe hängen und den Druck aus Frust entweichen.

Die Fans werden es den Borussen verzeihen. Selbst im Stadion schwiegen zwischenzeitlich die heimischen Fans, beeindruckt von der Vorstellung der Westfalen. Unglücklich kam schon die Führung der Franzosen zustande, als zunächst nach einem feinen Pass von Marcel Schmelzer Mario Götze sich fein durchsetzte, frei vor Marseilles Torwart Steve Mandanda auftauchte, der den Schuss glänzend parierte (19.).

Als sei der Abend geschaffen, jungen Dortmundern die Lehre vom internationalen Fußball einzubimsen, nach der jeder Fehler fürchterlich bestraft zu werden droht, fiel im Gegenzug der Führungstreffer Olympiques, als Neven Subotic bei der Defensivaktion zentral ausrutschte, der Ball bei André Ayew landete, der die Chance rasch realisierte, schoss und erfolgreich abschloss (20.).

In ähnlich fataler Weise setzte sich das Schicksal der Dortmunder fort. „Es ist noch nicht ganz so unser Spiel, wir haben mehr Balbbesitz, mehr Pässe, sind aber noch zu nervös“, klagte Manager Michael Zorc zur Halbzeit, „insgesamt müssen wir unser Spiel ändern.“ Tatsächlich kam das Team noch eine Spur aggressiver aus der Kabine, um den Gegner gleich an dessen eigenem Strafraum zu bedrängen, um Fehler zu erzwingen. Stattdessen patzte Mats Hummels, der Nationalspieler im Zentrum der eigenen Hälfte, als er den Ball zum eigenen Torwart Roman Weidenfeller köpfen wollte, das Spielgerät aber bei Loic Remy landete, der ganz kühl zum 2:0 vollendete (62.).

Beinahe logischerweise entschied schlussendlich auch noch ein Elfmeter das ganze Ausmaß der Dortmunder Tragik. Sebastian Kehl brachte im Strafraum den Torschützen Remy zu Fall, den fälligen Strafstoß verwandelte der erste Torschütze Ayew sicher (69.), bevor er in der Nachspielzeit wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde.

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