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Lehmann vor Grundsatz-Entscheidung

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Jens Lehmann ringt mit sich, ob er beim VfB Stuttgart noch eine Saison dranhängen oder seine Karriere nach dieser Runde beenden soll.
Jens Lehmann ringt mit sich, ob er beim VfB Stuttgart noch eine Saison dranhängen oder seine Karriere nach dieser Runde beenden soll. © ddp

Jens Lehmann ringt mit sich, ob er beim VfB Stuttgart noch eine Saison dranhängen oder seine Karriere nach dieser Runde beenden soll.

Stuttgart. Lust auf mehr oder "Null Bock": Jens Lehmann ringt mit sich, ob er beim VfB Stuttgart noch eine Saison dranhängen oder seine Karriere nach dieser Runde beenden soll. "Ich spiele, so lange ich Spaß habe", sagte der 39 Jahre alte Ex-Nationaltorhüter mehrmals. Dabei machte er aber zugleich deutlich, dass Chancen auf Titel sowie Auftritte in der Champions League oder zumindest im UEFA- Cup wichtige Voraussetzung für eine Fortsetzung seines Fußballer- Lebens sind. Da derzeit nicht absehbar ist, ob sich diese Ziele mit dem schwäbischen Bundesligisten verwirklichen lassen, zögert Lehmann seine Entscheidung hinaus.

Der VfB lässt seinem Wunschkandidaten alle Zeit der Welt. "Wir haben keine Eile und sind völlig entspannt", versicherte Horst Heldt vor dem UEFA-Cup-Rückspiel gegen Titelverteidiger Zenit St. Petersburg am Donnerstag. "Tatsache ist, dass wir mit Jens verlängern wollen und gute Gespräche mit ihm führen. Ich kann aber nicht sagen, wann eine Entscheidung fällt und in welche Richtung es geht." Der Sportdirektor wies darauf hin, dass zunächst Lehmann für sich klären müsse, ob er seine Laufbahn fortsetzen oder die Kickstiefel an den Nagel hängen wolle. Deshalb sind dem Verein die Hände gebunden.

Aber neben dem Plan A mit Lehmann hat Heldt auch einen Plan B in der Schublade. Sollte sich der Schlussmann fürs Aufhören entscheiden, würde Alexander Stolz (25) zur Nummer 1 aufsteigen. "Wir führen gute Gespräche mit Alexander", sagte der Manager. Und Stolz-Berater Ronny Zeller versicherte, sein Schützling würde notfalls auch für eine weitere Saison die Rolle als Ersatzmann akzeptieren.

Neben sportlichen Perspektiven spielen für Lehmann persönliche Gründe eine entscheidende Rolle. Das intensive Fußballer-Leben lässt dem Familienmenschen nicht die gewünschte Zeit, sich um seine Frau und die drei Kinder zu kümmern. Zudem kostet ihn das permanente Pendeln zwischen seinem Wohnsitz am Starnberger See und Stuttgart viel Zeit. Um sich hier mehr Freiraum zu schaffen, ließ sich Lehmann auch schon mal mit dem Helikopter heimfliegen. Jetzt erspart ihm ein Chauffeur den Fahrtress auf der Autobahn A 8 nach München.

Möglicherweise haben die belastende Privatsituation sowie die aus seiner Sicht unbefriedigenden sportlichen Ergebnisse mit Platz sieben in der Liga und dem kläglichen Aus im Pokal-Achtelfinale gegen Bayern München zu Lehmanns jüngsten Ausrastern geführt. Beim 3:3 in Hannover geriet der Hitzkopf mit den Gegenspielern Jiri Stajner und Michael Tarnat aneinander und stauchte zudem einige Teamkollegen zusammen. Beim 1:2 im UEFA-Cup-Hinspiel in St. Petersburg riss er seinem Innenverteidiger Khalid Boulahrouz wutentbrannt das Stirnband vom Kopf. Und beim 3:3 gegen 1899 Hoffenheim warf Lehmann den vor seinem Strafraum liegenden Schuh von Sejad Salihovic aufs Tornetz.

Die VfB-Verantwortlichen stellten sich trotz dieser Flegeleien wohl oder übel hinter den Exzentriker. Sei es aus Überzeugung, sei es, um Lehmann zu signalisieren, der Club wolle ihn auf jeden Fall halten. "Wir sind froh, dass Jens bei uns ist und wären froh, wenn er bei uns bleiben würde", versicherte Heldt.

Lehmann gehen die ständigen Fragen nach seiner Zukunft auf die Nerven. Vor dem Süd-Derby gegen Hoffenheim stutzte er selbst seinen Cousin Jochen Rotthaus, den Geschäftsführer des Herbstmeisters, gehörig zusammen: "Jetzt fragst du mich auch noch! Was wollt ihr eigentlich alle", blaffte das "Pulverfass". Spätestens bis April dürfte Lehmann allerdings sich und anderen bei diesem Reizthema Klarheit verschaffen: Dann erscheint seine Autobiografie. (dpa)

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