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Laura Dahlmeier hofft auf einen erneuten Medaillenregen.

Biathlon-WM

Laura Dahlmeier will ganz vorne ankommen

Laura Dahlmeier hat alles einem „Wintermärchen 3.0“ untergeordnet. Für den nächsten Medaillenregen muss bei der WM in Östersund aber alles nach Plan verlaufen.

Für launige Spielereien wie die „Ugly Face Challenge“ hatte Biathlon-Star Laura Dahlmeier zuletzt keinen Nerv. Anstatt sich dem Hype im Lager der Skijäger anzuschließen und in den Sozialen Medien Bilder mit unvorteilhaftem Gesichtsausdruck zu posten, besann sich die Doppel-Olympiasiegerin viel lieber auf das Wesentliche. Ein „Wintermärchen 3.0“ schreibt sich schließlich nicht von selbst.

„Ich verfolge in Östersund schon gewisse Ziele“, sagte die Hoffnungsträgerin des Deutschen Skiverbandes (DSV) vor den am Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaften in Mittelschweden: „Man hat gesehen, dass ich durchaus um den Sieg oder ums Podium mitkämpfen kann. Aber das wird kein Selbstläufer.“ Schon gar nicht, wenn man die Zeit mit unnötigen Ablenkungen vergeudet.

Dahlmeier, so viel ist sicher, hat das nicht getan. Zwar ließ sie ihre zahlreichen Follower auch in den vergangenen Tagen vereinzelt am Alltag teilhaben – in der Regel drehte es sich bei den Beiträgen aber um die Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt. Ihre Einschätzung dazu? „Ich freue mich, dass es nun losgeht und will ganz vorne mit ankommen.“

Wie unvorhersehbar die WM für die siebenmalige Weltmeisterin allerdings wird, unterstreicht das bisherige „Jahr mit Höhen und Tiefen“: Ein geschwächtes Immunsystem zu Saisonbeginn, ein gesundheitlicher Rückschlag zwischen den Jahren und zuletzt eine Wettkampfpause zugunsten der WM-Vorbereitung haben Dahlmeier deutlich zugesetzt. Dazwischen feierte sie aber auch ihren 20. Weltcup-Sieg und zwei weitere Podestplatzierungen.

Zugutekommt kommt der 25-Jährigen, „dass der WM-Termin relativ spät liegt“, sagte ihr Heimtrainer Bernhard Kröll: „Sie ist wieder stabiler und belastungsverträglicher.“ Eine Tortur wie die WM, wo innerhalb von elf Tagen maximal sieben Starts möglich wären, ist aber nochmal eine andere Hausnummer. Dahlmeier weiß das am besten.

Vor zwei Jahren, als sie in Hochfilzen nie zuvor erreichte fünf Goldmedaillen und einmal Silber bei einer einzigen WM gewonnen hatte, erlitt sie mehrmals einen Schwächeanfall. Mittlerweile ist Dahlmeier gewarnt, auch wegen der Rückschläge in diesem Winter. „Ich bin einfach nicht so belastungsverträglich wie sonst und damit auch ein bisschen anfälliger für Infekte.“

Vor allem bei Dahlmeier, aber auch bei anderen Medaillenhoffnungen wie Olympiasieger Arnd Peiffer oder dem Sprint-Weltmeister Benedikt Doll werden daher die richtige Belastungssteuerung und Einsatzkonzeption von entscheidender Bedeutung sein. Die Ziele sind nämlich nicht minder ambitioniert.

„Ich möchte die Podestplätze angreifen und habe richtig Lust auf die WM“, sagte Doll, für Peiffer könnte dabei schon die Mixed-Staffel zum Auftakt am Donnerstag (16.15 Uhr/ARD und Eurosport) wegweisenden Charakter besitzen. „Die Kunst ist es, gleich im ersten Rennen voll da zu sein. Man möchte nicht erst im dritten Rennen in Schwung kommen.“

Denn dann könnten sich die Einsatzgarantien bereits andere geschnappt haben: Mit den in diesem Winter schon siegreichen Franziska Preuß und Denise Herrmann, den Podestläufern Johannes Kühn, Roman Rees, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand sowie dem wieder erstarkten Erik Lesser verfügt der Deutsche Skiverband (DSV) über eine schlagfertige Truppe. „Wir können selbstbewusst auftreten“, sagte der Sportliche Leiter Björn Weisheit. (dpa)

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