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Kultusminister und Sportverbände fordern mehr Bewegung für Kinder.
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Kultusminister und Sportverbände fordern mehr Bewegung für Kinder.

Laufen statt "Taxi Mama"

Verbände für drei Stunden Schulsport / Eltern sollen Kinder zu mehr Sport drängenKultusminister und Sportverbände wollen dem Sport in- und außerhalb der Schule auf die Sprünge helfen und sehen dabei verstärkt die Eltern in der Pflicht. "Drei Stunden Sport sind das Minimum", sagte der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss.

Karlsruhe (dpa). Kultusminister und Sportverbände wollen dem Sport in- und außerhalb der Schule auf die Sprünge helfen und sehen dabei verstärkt die Eltern in der Pflicht. "Drei Stunden Sport sind das Minimum", sagte der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, am Montag bei einer Fachtagung zum Thema "Perspektiven des Schulsports" in Karlsruhe.

Erwägungen wie in Niedersachsen, wo der Sportunterricht von derzeit drei auf zwei Stunden verringert werden solle, erteilte er eine scharfe Absage. "Da klingeln die Alarmglocken." Aus Sicht der Schüler sei der Sport schon längst das beliebteste Fach, sagte der Ministerialrat im hessischen Kultusministerium, Klaus Paul, als Vertreter der Kultusministerkonferenz.

Angesichts von immer weniger "Alltagsbewegung" - vom Treppensteigen bis hin zum Schulweg zu Fuß - und gleichzeitiger Zunahme von Fast-Food-Ernährung müssten Eltern "mit ins Boot geholt werden".

Problematisch sei etwa die "Prinzen/Prinzessin-Rolle" von Einzelkindern, die vom "Taxi Mama" überall hingefahren würden. "Das richtet sich an uns alle", unterstrich Paul. Viele Schüler hätten auf Grund von Bewegungsmangel solche Koordinierungsschwierigkeiten, dass sie beim Rückwärtslaufen umfielen und nicht mehr auf einem Bein stehen könnten. Nach einer Karlsruher Studie betätigten sich Kinder nur 15 bis 30 Minuten am Tag sportlich.

Eine Chance sehen Minister und Verbände in den Ganztagesschulen.Sie könnten die Kooperationen zwischen Schul- und Vereinssport ausbauen, Talente verstärkt sichten und den Leistungssport fördern.

Auch weniger sportlich talentierten Schülern soll geholfen werden: So sollen Schulhöfe sollen wieder mehr zum Bewegungs- und Toberaum werden.

Bei der Tagung wurde von den Vorsitzenden der Kultus- und Sportministerkonferenz sowie dem Deutschen Sportbund (DSB) eine Erklärung zur "Bedeutung des Schulsports für lebenslanges Sporttreiben" unterzeichnet. Sie ergänzt die vor fünf Jahren verabschiedete Erklärung um die Ganztagesschule und Leistungssport.

Anlass der Tagung war unter anderem die im Juli vorgelegte DSB- SPRINT-Studie. Danach leisten Bewegung, Spiel und Sport einen unverzichtbaren Beitrag für die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Aus Sicht von Sportjugend-Chef Weiss liegt bereits die Ausbildung der Sportlehrer im Argen. "Es wird nur noch geforscht, es werden Studien- und Doktorarbeiten geschrieben." Die freudige Vermittlung des Sports komme zu kurz. Er kündigte für das kommende Jahr ein Spitzengespräch zwischen den Kultus- und Sportministern, dem DSB und den Hochschulrektoren an.

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