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Derzeit der Stabilste in der Abwehr: Per Mertesacker.
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Derzeit der Stabilste in der Abwehr: Per Mertesacker.

Fußball-Nationalmannschaft

Der Lange ist die Ruhe selbst

Abwehrspieler Per Mertesacker ist davon überzeugt, dass das deutsche Fußball-Team zum Start gegen Polen topfit sein wird.

Von JAN CHRISTIAN MÜLLER

Per Mertesacker ist mal wieder die Ruhe selbst. Es herrschte ja vor dem letzten EM-Vorbereitungsspiel gegen Serbien in Gelsenkirchen eine gewisse Unruhe im Land wegen der Fußballer, und zwar deshalb, weil Mertesackers Kollegen Christoph Metzelder und Jens Lehmann zuletzt ziemlich neben sich standen.

Der lange Mertesacker könnte jetzt hingehen und seine Sorgen kundtun, aber das tut er natürlich nicht. Er wundert sich vielmehr, weshalb die deutsche Öffentlichkeit vor ein paar Tagen, nach dem 2:2 gegen Weißrussland, so aufgeregt reagiert hat. Er selbst, sagt er, konnte sich "so ab der 55. Minute" gar nicht mehr aufregen, "ich war viel zu kaputt dazu".

Auf den viel kritisierten Metzelder, an dessen Seite der 1,98 Meter lange Lulatsch 2006 eine souveräne Weltmeisterschaft spielte, lässt Mertesacker nichts kommen. "Christoph hat schon oft gezeigt, dass er auf den Punkt topfit sein kann. Und wenn wir dann gut aussehen, dann ist die Vorbereitung auch schnell vergessen."

Die beiden verstehen sich auch privat so gut, dass der erst 23 Jahre alte Mertesacker es sich durchaus vorstellen könnte, mit dem vier Jahre älteren Metzelder dann und wann sogar in den Urlaub zu fahren.

Das ist mit Jens Lehmann, "der ja fast mein Vater sein könnte", zwar nicht geplant, auf die Routine des 38 Jahre alten Torwarts würde Mertesacker aber bei der EM nur sehr ungern verzichten wollen: "Jens spielt eine wichtige Rolle, weil er aus seiner Erfahrung heraus Situationen kennt, wie wir am besten reagieren müssen."

Er und Metzelder hätten "sehr lange schon auf Jens gehört, wir haben ein großes Vertrauen in seine Person, daran kann auch keine noch so große Schlagzeile etwas ändern". Ganz im Gegenteil, je mehr Schlagzeilen er liest, die Lehmanns Arbeit infrage stellen, desto intensiver setzt sich Mertesacker für den Keeper ein: "Ich habe zu viele gute Erfahrungen mit Jens gemacht, ich werde auf diesen Zug nicht aufspringen, ich habe Vertrauen in Jens. Wir stimmen uns hinten eng ab und coachen uns gegenseitig."

Gestern Morgen stand die letzte von 16 harten Trainingseinheiten auf Mallorca an, ehe es am Nachmittag per Sonderflug zurück nach Deutschland ging, wo die Mannschaft in der Sportschule Kaiserau die Nacht verbracht hat. Weil auf Mallorca so intensiv trainiert wurde, bremst Mertesacker in aller Gemütsruhe die Erwartungen der Öffentlichkeit für die Begegnung gegen Serbien ein: Sie gelte "als normale Trainingseinheit".

Das ist verwegen formuliert, werden beim DFB doch "normale Trainingseinheiten" im Gegensatz zu den allermeisten anderen EM-Teilnehmern konsequent unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt, derweil heute gegen Serbien 60 000 Menschen in der Schalker Arena und mutmaßlich zehn Millionen Fernsehzuschauer sehr genau hingucken werden.

Wer dann aber glaubt, dass "Merte" und "Metze" plötzlich mit Leichtigkeit die Gegner ablaufen, ist auf dem Holzweg. Das erwartet Mertesacker erst am 8. Juni im EM-Auftaktspiel gegen die Polen und verspricht: "Zur Stunde null werden wir topfit sein. Unsere Trainer haben uns das hochheilig versichert. Und das glauben wir."

Immerhin fühlt sich Per Mertesacker mittlerweile schon viel besser als noch am Dienstag, als er, der bei Werder Bremen verletzungsfrei über die Saison gekommen war, trotz schwerer Beine zwei Klassen stärker spielte als Metzelder und Lehmann zusammen. Vorgestern im Training habe er "zum ersten Mal Spritzigkeit gefühlt, das gab es zuletzt nicht, ich hatte da einen Rucksack auf dem Rücken".

Den muss nun noch Christoph Metzelder loswerden, unbedingt sogar, für die EM erwartet Kumpel Mertesacker nämlich heftigste Gegenwehr: "Wir müssen uns auf Armageddon vorbereiten."

Internet: www.per-mertesacker-stiftung.de

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