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Verbesserte den Kurzbahnrekord über die 1500 Meter um 1,7 Sekunden: Sarah Köhler.

Schwimmen

Längst kein One-Hit-Wonder

Weltrekordlerin Sarah Köhler und ihr Freund Florian Wellbrock liefern weiter ab: Die deutschen Schwimmstars bieten bei der Kurzbahn-Meisterschaft in Berlin eine große Show.

Die neue Weltrekordlerin Sarah Köhler und Doppelweltmeister Florian Wellbrock machen Lust auf Olympia. Das herausragende Paar des deutschen Schwimmens nährte bei den nationalen Kurzbahnmeisterschaften die Hoffnungen auf ein Ende der seit 2008 andauernden Medaillenflaute im olympischen Becken. Gut acht Monate vor den Spielen in Tokio beeindruckte Köhler, die für die SG Frankfurt startet, sich und die Konkurrenz in Berlin mit ihrer Fabelzeit von 15:18,01 Minuten über 1500 Meter Freistil auf der 25-Meter-Bahn und setzte ihre imposante Entwicklung der letzten Monate fort.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich die zwei Buchstaben „WR“ hinter meinem Namen mal sehen werde“, sagte die 25-Jährige, die ihren Eltern auf der Tribüne nach dem Rennen am Samstag fröhlich zuwinkte und sich bei der Siegerehrung von den Fans in der Halle mit tosendem Applaus feiern ließ. 1,7 Sekunden war Köhler schneller als die Spanierin Mireia Belmonte bei ihrer alten Kurzbahn-Bestmarke fast fünf Jahre zuvor. Sie ist die einzige deutsche Schwimmerin, die sich aktuell Weltrekordlerin nennen darf. Bei den Männern hält Paul Biedermann Bestmarken auf der Lang- und Kurzbahn für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV).

Bei der WM im Sommer in Südkorea hatte Köhler mit Staffelgold über 4 x 1,25 Kilometer im Freiwasser sowie Silber über 1500 Meter unter dem Hallendach ihre größten internationalen Achtungszeichen gesetzt. 116 Tage nach ihrem Edelmetallrennen im Becken von Gwangju setzte sie das nächste Signal und zeigte: Die Hessin ist kein One-Hit-Wonder, mit ihr wird auch 2020 zu rechnen sein.

Köhler, in Hanau geboren, könnte zur Profiteurin des neuen Olympiawettbewerbs werden. „Ich bin sehr froh darüber, dass die 1500 Meter Freistil in Tokio erstmals zum olympischen Programm gehören werden“, sagte sie über die Distanz, die sich immer mehr als ihre Paradestrecke herauskristallisiert. Köhler weiß aber auch: Die schier übermächtige fünfmalige Olympiasiegerin Katie Ledecky aus den USA und die Italienerin Simona Quadarella sind dann richtig große Gegnerinnen.

Frisch aus dem Training

Köhlers Freund Wellbrock kennt bereits das Gefühl, nach einem Beckenrennen mit versammelter internationaler Spitzenklasse ganz oben auf dem Podest zu stehen. Der 22-Jährige ließ sich in Südkorea als 1500-Meter-Weltmeister feiern und zeigte seitdem nicht den Hauch einer Formdelle. Wellbrock siegt einfach weiter, holte sich in Berlin über 1500 und 800 Meter den Titel und stellte in 7:32,04 Minuten im kürzeren der beiden Rennen einen deutschen Rekord auf.

„Auf der Kurzbahn habe ich mich sonst immer ein bisschen schwer getan und jetzt den deutschen Rekord von Florian Vogel zu brechen, das ist schon sehr, sehr gut“, sagte Wellbrock. Wie Köhler, die im 800-Meter-Rennen in 8:08,02 Minuten ebenfalls nationale Bestzeit schwamm, wird er in Magdeburg von DSV-Teamchef Bernd Berkhahn trainiert. Das Team kommt frisch aus einem vierwöchigen Höhentrainingslager und sah die Meisterschaften auch als Standortbestimmung. Viel erfolgreicher hätte diese kaum ausfallen können. (dpa)

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