Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

"Ich hoffe, mein Vater schaut aus dem Himmel zu": Lu Yen-Hsun.
+
"Ich hoffe, mein Vater schaut aus dem Himmel zu": Lu Yen-Hsun.

Roddick raus

Da lachen ja die Hühner

Lu Yen-Hsun, Sohn eines Federviehzüchters aus Taiwan, rupft Andy Roddick. Randy, wie er sich nennt, wird von Dirk Hordorff betreut.

Staatspräsident Ma Ying-jeou hat sofort ein Glückwunschtelegramm geschickt. Ganz Taiwan ist stolz auf Lu Yen-Hsun, den Sohn eines Hühnerzüchters aus Taipeh, der bei den 124. All England Championships den Vorjahresfinalisten Andy Roddick völlig überraschend in fünf Sätzen eliminierte und als erster Asiate seit 15 Jahren das Viertelfinale beim bedeutendsten Turnier der Welt erreichte. Mit einem Erfolg in der Runde der letzten Acht am Mittwoch gegen den Serben Novak Djokovic würde der 26-Jährige sogar als erster Asiate im Halbfinale Tennisgeschichte schreiben.

Aus Dirk Hordorffs Stall

Und Dirk Hordorff schriebe mit. Der Bad Homburger will seinen Stolz auf den Erfolg des Herrn Lu gar nicht verbergen. Seit 2003 kümmert sich der Coach von Rainer Schüttler um den 26-jährigen Nationalchinesen. "Er ist sehr fleißig, respektvoll, höflich und er hat sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft", sagt Hordorff. Lu schlägt sehr solide auf, ist schnell, hat eine tolle Rückhand und returniert stark.

Als Schüttler beim ATP-Finale in Houston antrat, war Lu Trainingspartner des Korbachers, auf sich allein gestellt, ohne Coach, ohne Manager. Aber mit so viel Talent gesegnet, dass er in einem Trainingsmatch auch Roger Federer bezwang. Seitdem gehört er Hordorffs Trainingsgruppe an.

Wie aber kommt jemand aus Taiwan zum Tennis? "Ich habe mit meinem Vater gemeinsam begonnen", erzählt Lu, "auch als ich auf die High School gegangen bin, hat er noch viel Zeit mit mir verbracht, mich zum Training gefahren und so." Um so mehr nagt es an Lu, dass sein Vater den größten Erfolg seiner Karriere nicht mehr erleben konnte: "Er ist vor zehn Jahren gestorben, ich hoffe, er schaut aus dem Himmel zu."

Während der High School und dem Sportstudium hat Lu seine Tenniskarriere verfolgt. Die Option, in den väterlichen Betrieb einzusteigen, gab es nie: "Das stinkt ziemlich." Aber natürlich hat er dort gelernt, Hühner zu fangen: "Der Trick ist, das im Dunkeln zu machen, dann sehen sie nichts." Das alles erzählt Lu in gutem Englisch.

Weil der Englischlehrer Probleme hatte, seinen chinesischen Namen richtig auszusprechen, nannte sich Yen-Hsun fortan "Randy". Das macht es auch für Hordorff einfacher seinen Schützling anzusprechen. Neben dem Trainer gehören noch ein deutscher und ein taiwanesischer Physiotherapeut sowie der Kapitän des taiwanesischen Daviscup-Teams zum Stab. Hordorffs deutsche oder englische Anweisungen werden dann ins Chinesische übersetzt.

So ein Andy liegt dem Randy

Ein Bandscheibenvorfall und Pfeiffersches Drüsenfieber haben die Karriere des Weltranglisten-81. bisher zweimal unterbrochen. Gute Ergebnisse, wie den Erstrundensieg gegen den Briten Andy Murray bei den Olympischen Spielen 2008, hatte er schon immer mal, allein es fehlte der Durchbruch. "Es gibt Turniere, da passt alles zusammen, wie bei Rainers Wimbledon-Halbfinale 2008", sagt Hordorff.

Und nun also Djokovic. In ganz Taiwan werden die TV-Geräte flimmern. Wo sonst nur Baseballspieler Sportstars sind, ist Randy Lu auf dem Weg zum Idol. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare