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Der Kubaner Angel Valodia Matos im Streit mit dem Kampfrichter (r).

Kubaner Matos ruiniert seine Karriere

Peking. Er wollte Gold wie in Sydney, doch der kubanische Kampfsportler Angel Matos ruinierte mit einem unverzeihlichen Tritt ins Gesicht eines Kampfrichters

Peking. Er wollte Gold wie in Sydney, doch der kubanische Kampfsportler Angel Matos ruinierte mit einem unverzeihlichen Tritt ins Gesicht eines Kampfrichters seine Karriere und auch sein bislang sorgenfreies Leben.

Die anschließenden Tumulte überschatteten den letzten Wettkampftag im Taekwondo bei den Olympischen Spielen in Peking und führten auch dazu, dass sein Trainer Leutis Gonzalez vom Taekwondo Weltverband (WTF) lebenslang gesperrt wurde. Schlimmer noch: Auch in Kuba wurde Matos für immer vom aktiven Sport ausgeschlossen.

Die Szene, die die Zuschauer in der Halle und am Bildschirm erschütterte, ereignete sich in der zweiten Runde des Halbfinals im 80-kg-Limit. Matos führte gegen den Kasachen Arman Tschilmanow mit 3:2, als er sich bei einer Aktion verletzte. Die erlaubte Behandlungszeit auf der Matte ist auf eine Minute begrenzt, Matos überzog diese und wurde disqualifiziert. Er rastete aus, trat dem schwedischen Hauptkampfrichter Chakir Chelbat mit einer Fußtechnik ins Gesicht und verletzte ihn an der Lippe. Auch sein Trainer mischte mit. "Ich bin sprachlos. Wir haben nie damit gerechnet, dass so etwas passiert", sagte WTF-Generalsekretär Yang Jin-Suk.

Die WTF trat sofort zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen und fällte das Urteil, welches Matos Karriere beenden dürfte: Nie wieder Taekwondo. "Das ist ein starkes Vergehen am Geist des Taekwondo und der Olympischen Spiele", begründete die WTF in einer Erklärung ihr striktes Vorgehen. Da auch die kubanische Sportführung in Havanna sofort den Ausschluss von Matos aus dem Sport beschloss, steht der 31-Jährige vor dem Nichts. Das privilegierte Leben als Sportstar hat ein Ende.

Matos war in Sydney erster Taekwondo-Olympiasieger im Schwergewicht geworden und hatte diesen Sieg seiner Mutter gewidmet, die einen Tag vor der Eröffnung der Spiele gestorben war. In Athen vor vier Jahren belegte er Platz elf. Nach seinem Ausraster wurden alle seine Ergebnisse in Peking gelöscht. (dpa)

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