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Krawalle bei Fan-Festen in Ostdeutschland

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Hamburg. Millionen Fans beendeten die großen Fußball-EM-Feste in Deutschland gefasst und gelassen - einige hundert Krawallmacher in den neuen Bundesländern

Hamburg. Millionen Fans beendeten die großen Fußball-EM-Feste in Deutschland gefasst und gelassen - einige hundert Krawallmacher in den neuen Bundesländern trübten spätabends und nachts das friedliche Bild.

In Magdeburg, Halle, Burg sowie in Schwerin und Bautzen überschatteten Krawalle die Fan-Feste zum Finale der Fußball-EM. Millionen Fußball-Fans in der Bundesrepublik verließen die Fan- Meilen nach der 0:1-Niederlage der deutschen Mannschaft gegen Spanien am Sonntagabend zwar enttäuscht und traurig. Größere Zwischenfälle blieben aber aus, wie die Polizeidienststellen übereinstimmend berichteten. Dagegen musste die Polizei im Osten zum Teil massiv eingreifen.

In Sachsen-Anhalt wurden 25 Polizisten verletzt. Die Sicherheitskräfte nahmen dort 60 Gewalttäter in Gewahrsam, die Polizisten mit Flaschen, Steinen, Leuchtraketen oder Fußtritten angegriffen hatten. Randalierer beschädigten Autos der Polizei, zündeten Mülltonnen an, zerstörten Haltestellen und beschädigten eine Straßenbahn.

Als Gründe für die Ausschreitungen nannte die Polizei eine Mischung aus Frust über die Niederlage der deutschen Mannschaft, immensen Alkoholkonsum - und Lust an Gewalt. In Burg ging die Randale nach Angaben von Sachsen-Anhalts Innen-Staatssekretär Rüdiger Erben (SPD) von Mitgliedern rechtsextremer Gruppierungen aus. Etwa 15 bis 20 Mitglieder der im April verbotenen militanten Fangruppe "Blue White Street Elite" und sogenannter Kameradschaften hätten sich quasi verbrüdert, um die Polizei mit Flaschen zu bewerfen.

In Magdeburg zog nach Spielschluss eine Gruppe von Randalierern durch die Innenstadt. Die Krawallmacher hatten sich nach Angaben der Polizei trotz des massiven Polizei-Einsatzes immer wieder neu formiert und waren aus einer Gruppe von etwa 500 Menschen heraus auf die Beamten losgegangen. Auch in Halle kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und Einsatzkräften. 17 Polizisten wurden leicht verletzt. In der Innenstadt von Schwerin, der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, randalierten nach der Polizei-Bilanz vom Montag 100 Menschen. Drei Beamte wurden verletzt.

Rund 400 Menschen blockierten Montag früh über mehrere Stunden eine Bundesstraße im sächsischen Bautzen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die größtenteils jungen Leute hätten sich offenbar gezielt zu der Aktion nach dem Ende des EM- Finales verabredet, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Görlitz. Als die rund 200 Einsatzkräfte die Straße räumen wollten, seien sie beleidigt und angegriffen worden. Zwei Polizisten wurden verletzt, zwei Einsatzfahrzeuge beschädigt. Die Beamten nahmen sieben Randalierer vorübergehend fest, neun weitere kamen in Gewahrsam. (dpa)

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