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Mit Gewichten trainieren Frauen und Männer in einem Hamburger Fitness-Studio auf diesem im Juni 1997 aufgenommen Archivbild.

Mit Krafttraining gegen die Folgen des Rauchens - Lungenkraft wird gestärkt

Studie an der Ruhruniversität Bochum - Lungenschädigung durch Rauchen oder Vererbung

Den Zustand kennen viele, vor allem Raucher, aber auch andere Menschen. Beim Treppensteigen will die Lunge schon nach der ersten Etage nicht mehr richtig mitarbeiten. Bald setzt eine beklemmende Atemnot ein, die richtig Angst macht. Der kurze Gang ins nächste Stockwerk muss hin und wieder sogar für einige Zeit unterbrochen werden. Mit Mühe bekommen die an der chronischen Lungenkrankheit COPD Erkrankten noch Luft. In schlimmeren Fällen tritt das Ringen um den Sauerstoff sogar morgens schon nach dem Aufstehen auf. Durch die Atemnot kann es zu Müdigkeit, zu sehr viel weniger Leistungsfähigkeit und im Extremfall zu Depressionen kommen.

Unter dem Begriff COPD werden die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zusammengefasst. Die Ursachen für COPD - oder ausgeschrieben "chronic obstructive pulmonary disease" - sind noch nicht im Detail ergründet. Aber klar ist es, dass ein genetischer Defekt dazu führen kann oder das Rauchen, das als Hauptverursacher gilt. Nach seriösen Schätzungen sollen über drei Millionen Menschen in Deutschland mit verschiedenen Ausprägungen unter COPD leiden.

Ihnen konnte bisher nicht richtig geholfen werden, es konnte nur eine Verschlimmerung der Krankheit verhindert werden. Jetzt gibt es aber erste Belege, dass mit Sport und vor allem mit speziellem Krafttraining die Fähigkeiten der Lunge wieder verbessert werden können. Zu diesem Befund kommt der Sportwissenschaftler Peter Richard Wright, der mit 40 Patienten - als Behandlungs- und Kontrollgruppe aufgeteilt - drei Monate lang ein entsprechendes Training durchführte. Sein Versuch unterschied sich vor allem durch den Kraft-Schwerpunkt von früheren Vorhaben. Ausdauerprogramme hatten meist keinen durchschlagenden Erfolg, weil die Leistungsfähigkeit hierbei durch die geschwächte Aufnahmefähigkeit der Lunge und die daraus resultierende Atemnot begrenzt wurde.

An drei Abenden in der Woche stand bei Wright Bankdrücken und anderes Stemmen an Geräten auf dem Programm. Überraschend, dass auch schwer betroffene Menschen, denen in der Vergangenheit schon meist direkt Sauerstoff zugeführt werden musste, geholfen werden konnte. Am erfreulichsten war für die Patienten aber die Rückkehr und die Zunahme der Lungenkraft und das erleichterte Atemverhalten. Wright will jetzt diese erste Studie mit einer begrenzten Anzahl von Patienten auf einen größeren Kreis ausdehnen und damit seine Ergebnisse endgültig absichern.

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