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"Es kommt auf die kleinen Dinge an"

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Krankheiten im Urlaub sind stets lästig und manchmal auch gefährlich. Bei Reisen ins Ausland sollten daher einige Gesundheitstipps beherzigt werden. Gegen die häufigsten Probleme lässt sich einfach vorbeugen.
Krankheiten im Urlaub sind stets lästig und manchmal auch gefährlich. Bei Reisen ins Ausland sollten daher einige Gesundheitstipps beherzigt werden. Gegen die häufigsten Probleme lässt sich einfach vorbeugen. © ddp

Krankheiten im Urlaub sind stets lästig und manchmal auch gefährlich. Bei Reisen ins Ausland sollten daher einige Gesundheitstipps beherzigt werden. Gegen die häufigsten Probleme lässt sich einfach vorbeugen.

Göttingen (ap) - Krankheiten im Urlaub sind stets lästig und manchmal auch gefährlich. Bei Reisen ins Ausland sollten daher einige Gesundheitstipps beherzigt werden. Gegen die häufigsten Probleme lässt sich einfach vorbeugen.

Unabhängig vom Ferienziel sollten Urlauber die Reise zum Anlass nehmen, ihren Impfstatus zu prüfen. Neben den hierzulande empfohlenen Impfungen gegen Tetanus, Polio oder Diphtherie raten Experten vor allem zum Schutz vor Hepatitis A. "Das ist für jeden ratsam, der die Ferien südlich der Alpen oder östlich der Elbe verbringt", betont Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM). Die erste Vakzine bietet schon sechs Monate Schutz. Danach verlängert eine zweite Impfung die Dauer auf zehn Jahre.

Ob auch andere Impfungen sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Reiseregion ab. In Malariagebieten empfiehlt der Internist eine Prophylaxe gegen die Infektionskrankheit nur dann, wenn die Erkrankungswahrscheinlichkeit höher ist als das Risiko für Nebenwirkungen durch das Medikament. So kann etwa das Mittel Lariam schwere Psychosen auslösen. Diese Gefahr sei wesentlich größer als das Malariarisiko etwa in Thailand, aber deutlich geringer als die Malariawahrscheinlichkeit in Kenia. "Dort lohnt sich eine Prophylaxe", betont Jelinek.

Aber dem Mediziner zufolge sind es nur selten schwere Krankheiten, die den Menschen im Urlaub zusetzen. "Es kommt mehr auf die kleinen Dinge an", sagt Jelinek und nennt Sonnenbrand, Mückenstiche und Durchfall. "Die lassen sich nicht einfach wegimpfen."

Weil Sonnenbrand das häufigste Problem ist, sollten Reisende gerade in intensiv bestrahlten Regionen stets Sonnencreme im Gepäck haben. "Die UV-Strahlung sollte man grundsätzlich sehr ernst nehmen", sagt Jelinek. Wer sich im Mittelmeergebiet oder gar in den Tropen mittags in die Sonne lege, könne sich schon in kürzester Zeit die Haut verbrennen. Bei der Wahl des Lichtschutzfaktors sollte man laut Jelinek großzügig sein. "Sonnencremes gelten als Kosmetikartikel", erläutert der Arzt. "Viele Hersteller nehmen es nicht so genau mit den Angaben zum Lichtschutz."

Ungewohnte Lebensmittel schlagen auf Verdauung

Neben Sonnenbrand machen vor allem Durchfallerkrankungen Reisenden zu schaffen. Häufig schlägt schon die Umstellung auf ungewohnte Lebensmittel auf die Verdauung. Der ständige Drang zur Toilette ist zwar meist harmlos, beeinträchtigt aber die Urlaubsfreude. Betroffene sollten laut Jelinek nicht versuchen, den Durchfall unbedingt zu stoppen. Wichtig sei vielmehr, den Verlust von Wasser und Mineralstoffen auszugleichen mit Zucker- und Salzlösungen, die in Apotheken erhältlich sind. Wird Durchfall von Fieber oder Blut im Stuhl begleitet, sollte man unbedingt einen Arzt konsultieren.

Gegen Mückenstiche sollten sich Reisende nicht nur in Gegenden wappnen, in denen die Tiere Krankheiten übertragen. "Die Stiche sind lästig, und die Wunden können sich entzünden", sagt Jelinek. Als Prophylaxe rät er zu Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt. Aber auch sogenannte Repellentien können, auf Textilien gesprüht oder auf die Haut aufgetragen, die lästigen Plagegeister abwehren. Zur Desinfektion von Wunden sollten Reisende Hautdesinfektionsmittel wie etwa Jodlösung mitnehmen und sorgfältig auf die betroffenen Stellen auftragen. Gerade in warmen Ländern steigt bei offenen Wunden die Infektionsgefahr.

Wer auf dem Weg zum Urlaubsort lange im Flugzeug oder Bus sitzt, sollte sich zum Schutz vor einer Beinvenenthrombose regelmäßig bewegen und viel trinken. Besonders gefährdet sind laut Jelinek Übergewichtige, Raucher und Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, außerdem Menschen mit Venenleiden wie etwa Krampfadern sowie Personen, die schon einmal eine Thrombose hatten. Zum Vorbeugen rät der Experte auch zu Reisestrümpfen. Diese steigern durch Druck auf Beinvenen und Lymphgefäße den Blutfluss und verhindern so die Entstehung von Blutgerinnseln.

Wer während des Fluges auf Medikamente wie etwa Insulin angewiesen ist, sollte sich vorher vom Arzt eine englischsprachige Bescheinigung ausstellen lassen. So lassen sich Probleme bei der Kontrolle des Handgepäcks vermeiden.

Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rückholklausel

Da sich Erkrankungen oder Unfälle nie ausschließen lassen, rät Jelinek dazu, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Diese soll nicht nur die Behandlungskosten vollständig übernehmen, sondern bei Bedarf auch den Rücktransport in die Heimat.

Und auch nach dem Urlaub sollten Heimkehrer auf verdächtige Symptome wie Fieber, Benommenheit oder Durchfall achten. "Manche Krankheiten haben sehr lange Inkubationszeiten", sagt der Infektiologe Helmut Eiffert von der Universität Göttingen. "Malaria kann durchaus noch ein Jahr nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet auftreten. Daher sollte Menschen bei unklaren Problemen medizinischen Rat suchen und den Arzt über ihre Reise informieren."

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