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Kommt es zur tiefgreifenden Biathlon-Revolution? Sportler sind sich uneinig

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Von: Jan Oeftger

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Im Biathlon könnte es bei den Gewehren zu einer großen Veränderung kommen. Viele aktuelle Top-Athleten sprechen sich jedoch klar gegen die Reform aus.

Frankfurt – Während am Mittwoch (11. Januar) der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding startet, wird eine Revolution im Biathlon-Sport diskutiert. Auslöser dafür ist ein Gesetz der Europäischen Union (EU), das sich auf die Sportart auswirken könnte. Durch das Gesetz wäre es nicht mehr erlaubt, Munition im Freien abzufeuern. Die Biathleten müssten dann auf Laser-Waffen ausweichen.

Die Athleten der aktuell dominierenden Weltcup-Nation Norwegen würden gerne weiter mit den echten Waffen schießen. „Meinerseits können sie warten, bis ich aufhöre“, äußerte sich Sturla Holm Laegreid, Zweiter des Gesamtweltcups bei NRK. Vetle Sjastad Christiansen, im Weltcup nur zwei Ränge hinter seinem Teamkollegen platziert, sagte: „Wenn sie einige Star-Wars-Sounds hinzufügen, wenn wir verfehlen und treffen, kommen wir der Sache näher.“

Biathlet Johannes Thingnes Bø vertraut seinem aktuellen Gewehr mehr als Laser-Waffen.
Biathlet Johannes Thingnes Bø vertraut seinem aktuellen Gewehr mehr als Laser-Waffen. © Darko Bandic/dpa

Biathlon: Dominator Bø bezweifelt Verlässlichkeit von Laser-Gewehren

Auch der zurzeit alles überragende Weltcup-Führende Johannes Thingnes Bø hat zu dem Thema eine Meinung. „Ich habe das Laserschießen ein bisschen ausprobiert, aber die Gefahr besteht darin, dass der letzte Schuss plötzlich zehn Zentimeter entfernt ist. Ich glaube nicht, dass man sich immer zu 100 Prozent darauf verlassen kann“, gibt der Norweger zu bedenken.

Ein ehemaliger Biathlet sieht in der möglichen Änderung hingegen den logischen nächsten Schritt. „Früher hat man lebende Tauben geschossen, das macht man nicht mehr. Alles, was lebt, ändert sich, also muss sich auch der Sport ändern“, sagte Björn Ferry, ehemaliger Olympiasieger aus Schweden bei NRK.

Daniel Böhm über mögliche Biathlon-Änderung: „Wir wollen unseren Sport verfügbar machen“

Der ehemalige deutsche Biathlet Daniel Böhm hat eine differenzierte Meinung dazu: „Wir wollen unseren Sport verfügbar machen und jungen Menschen eine schöne und sichere Alternative zu Laserwaffen bieten, aber für die Elite sehe ich die heutigen Waffen als die beste Alternative“. Böhm ist mittlerweile für den Biathlon-Weltverband IBU tätig. (jo)

Derweil fällt die deutsche Biathletin Franziska Preuß weiter krankheitsbedingt aus. Damit verpasst sie auch den Heimweltcup in Ruhpolding

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