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Eigentlich ideales Terrain für Red Bull und Sebastian Vettel: Der kurvenreiche Hungaroring.
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Eigentlich ideales Terrain für Red Bull und Sebastian Vettel: Der kurvenreiche Hungaroring.

Gelöster Sebastian Vettel

Komfortable Krise

  • VonMaik Rosner
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Vor dem Großen Preis von Ungarn läuft es für Sebastian Vettel nicht rund. Es ist allerdings eine komfortable Krise, in der sich der Heppenheimer befinden soll. Mit meilenweitem Vorsprung führt Vettel die WM-Wertung an.

Zwischendurch, als die ernste Lage bereits ausführlich besprochen war, erzählte Sebastian Vettel eine Anekdote. Vor zwei Wochen, berichtete der Formel-1-Weltmeister, sei er auf der Autobahn im strömenden Regen unterwegs gewesen. Er habe mit Aquaplaning zu kämpfen gehabt, sagte Vettel, „ich bin von ziemlich vielen Leuten überholt worden“. Er habe es ja versucht, zügig zu fahren, aber die Bedingungen hätten mit seinem Material einfach keine schnellere Fahrt zugelassen. Da habe er zu sich gesagt: „Okay, sie sind heute einfach schneller als ich.“

Man darf wohl annehmen, dass Vettel diese kleine Alltagsgeschichte vor dem Großen Preis von Ungarn gezielt eingesetzt hat. Es ist ja viel debattiert worden seit seinem vierten Platz im Heimrennen auf dem Nürburgring am vergangenen Sonntag, ob der 24 Jahre alte Deutsche nun doch noch ins Schlingern gerät auf dem Weg zu seinem zweiten Titel. Mit einem ziemlich ernsten Gesichtsausdruck hatte sich Vettel des Themas in Budapest angenommen. Doch als er sein Erlebnis aus dem Straßenverkehr schilderte, saß dort wieder der Schelm Vettel, der in der hochgejazzten Formel 1 viel Lockerheit ausstrahlt und mit seinem Witz und seiner Natürlichkeit die Sympathien gewinnt.

"Ferrari ist schneller und schneller geworden“

Es ist eine komfortable Krise, in der sich der Heppenheimer vor der am Montag beginnenden Sommerpause befinden soll. Mit 216 Punkten führt er die WM-Wertung deutlich an. Sein Teamkollege Mark Webber (139 Punkte) liegt 77 Zähler zurück, McLaren-Pilot Lewis Hamilton (134/82) und Fernando Alonso (130/86) im Ferrari sind vor dem elften von 19 Saisonrennen die weiteren, nun ja, Verfolger. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison wurde Vettel nach 19 Rennen mit 256 Punkten Weltmeister, ihm fehlen bis zu dieser Marke in den verbleibenden neun Rennen nur noch ein Sieg und ein dritter Platz.

Nach zehn Rennen hatte Vettel 2010 nahezu 100 Zähler weniger auf dem Konto, die übrigen Fahrer bewegen sich in etwa auf dem Punkteniveau des Vorjahres. Es müsste schon sehr viel passieren, damit die meilenweit entfernten Jäger Vettel überhaupt noch in ihre Reichweite bekommen. Zum Beispiel: Ein ähnlich deutlich geschlagener Vettel auf dem Hungaroring wie am vergangenen Sonntag in Deutschland. „Gewisse Dinge hätten bei uns zuletzt anders laufen können“, sagt Vettel und warnt vor der erstarkten Konkurrenz von McLaren und vor allem von Ferrari: „Man kann schon von einer Tendenz sprechen. Ferrari ist schneller und schneller geworden.“

Im Training war aber Hamilton besonders flott unterwegs, wie zuletzt schon bei seinem Sieg auf dem Nürburgring. In 1:21,018 Minuten fuhr der Brite am Freitag die Tagesbestzeit. Es folgten: Alonso, Jenson Button (McLaren), Webber ? und erst als Fünfter Vettel. Sein Rückstand betrug eine gute halbe Sekunde. Im langsameren ersten Trainingslauf war Vettel hinter Hamilton und vor Alonso als Zweiter gestoppt worden. „Alles in allem glaube ich, dass es sehr eng wird. Wenn wir hier ganz vorne sein wollen, müssen wir uns bis morgen deutlich verbessern und noch zulegen“, sagte Vettel mit Blick auf das Qualifying am Samstag.

Malheur bei Fahrrad-Reparatur

Das Auto fühle sich aber nicht schlecht an. Glücklich klang er nicht. Ins Bild passte auch ein Malheur, das ihm offenbar bei der Reparatur eines Fahrrads unterlaufen war. Der Verband an seiner Hand sei aber nichts Schlimmes, „nur ein Kratzer“.

Es waren nur die beiden Übungseinheiten, sie geben nur bedingt Aufschluss. Doch sollte sich die Tendenz, die Vettel in den jüngsten Rennen erkannt hat, nun auf der Strecke nordöstlich der ungarischen Hauptstadt bestätigen, wäre Red Bulls Dominanz wohl tatsächlich gebrochen. Denn der wellige Kurs gilt mit seinen langsamen und mittelschnellen Kurven eigentlich als ideales Terrain für die Red-Bull-Boliden. Im Vorjahr dominierte Vettel hier, ehe er in der Safety-Car-Phase vor dem fliegenden Neustart zu viel Abstand hielt und nach einer Durchfahrtsstrafe Teamkollege Webber zum Sieg fahren sah.

Sollten sich Vettel und Red Bull nun auf ihrer Referenzstrecke schwächer als die Konkurrenz präsentieren, dürfte das wohl nicht allein auf die neuen Reifen, den verstellbaren Heckflügel und Kers zurückzuführen sein. Dann hätte Alonsos Bestandsaufnahme voraussichtlich auch anderswo keine Gültigkeit mehr. „Dominant ist nach wie vor Red Bull“, stellte der Spanier klar.

Immerhin dürfte sich das Autobahnerlebnis für Vettel auf dem Hungaroring nicht wiederholen. Überholen gilt hier als besonders schwierig. Und mit ergiebigen Regenfällen ist den Prognosen zufolge am Sonntag nicht zu rechnen.

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