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Kohlschreibers Schulter mag nicht mehr

Deutscher trainierte zu viel und flog bei US Open raus / Haas scheitert an Qualifikant / Nummer 188 schlägt Ana Ivanovic

Die Tennisplätze bei den US Open werden für die deutschen Männer zur Krankenstation. Mit der Aufgabe von Philipp Kohlschreiber stieg die Quote gesundheitsbedingter Ausfälle der neun gestarteten deutschen Männer auf immerhin ein Drittel an. Zum Auftakt hatten schon der erkältete Rainer Schüttler und der müde Nicolas Kiefer ihre Matches nicht beendet.

"Ich bin sehr enttäuscht, wie es gelaufen ist. Ich wollte bis zuletzt nicht wahrhaben, dass wieder etwas mit meinem Körper ist und habe es auf Biegen und Brechen versucht", sagte Kohlschreiber, nachdem er wegen schmerzhafter Schulterprobleme beim Stand von 6:2, 3:6, 4:6, 0:3 gegen den Serben Viktor Troicki aufgegeben hatte. Damit entging dem Davis-Cup-Spieler, der wegen eines Muskelfaserriss seine Olympia-Teilnahme absagen musste, ein reizvoller Vergleich gegen den Olympiasieger und Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal. Der Spanier hatte beim 6:1, 6:2, 6:4 gegen den amerikanischen Außenseiter Ryler DeHeart nicht annähernd so viele Probleme wie zuvor mit Björn Phau.

Kohlschreiber hatte seit der Rückkehr auf den Platz in der vorigen Woche wohl zu viel gewollt und mit vier- bis fünfstündigem Training eine Sehne irritiert. "Man kann es nicht übers Knie brechen und muss vielleicht auf seinen Körper hören. Nach zwei Wochen ohne Training ist die Schulter eingerostet und die Sehne nicht geölt", sagte der 24-Jährige ungewohnt kleinlaut. "Das ist sehr, sehr bitter", sagte Kohlschreiber hinterher.

Unterdessen hat Thomas Haas hat erstmals seit acht Jahren den Sprung in die dritte Runde verpasst. Der 30 Jahre alte Daviscupspieler verlor gegen den Qualifikanten Gilles Muller (Luxemburg) mit 6:2, 6:2, 6:7 (5: 7), 3:6, 3:6. Nach starkem Beginn ließ sich Haas von den starken Aufschlägen Mullers (36 Asse) entnerven.

Unwissende Ranglistenerste

Mental wiedererstarkt zeigte sich mit ihrem Drittrunden-Einzug Anna-Lena Grönefeld nach dem 6:1, 6:3 über die Australierin Jessica Moore. Sie erreichte damit erstmals seit den French Open 2006 wieder die Runder der letzten 32 bei einem Turnier. Die Sensation in der Damen-Konkurrenz war am Donnerstag das Zweitrunden-Aus der serbischen Weltranglisten-Ersten Ana Ivanovic. Aber auch das hing indirekt mit einer Verletzung zusammen. Ivanovic unterlag gegen die Französin Julie Coin 3:6, 6:4, 3:6. Die Qualifikantin ist als 188. der Weltrangliste die am tiefsten platzierte Spielerin, die je eine Nummer eins schlug. Zudem flog in der Geschichte des Profi-Tennis keine Weltranglisten-Erste so früh aus einem Grand-Slam-Turnier.

Ivanovic verpasste zuletzt wegen einer Entzündung am Daumen Olympia, reiste aus Peking zu einem Arzt nach Sydney und machte fehlendes Training für ihr Aus in New York verantwortlich. Die French-Open-Siegerin räumte aber auch ein, nichts über ihre Gegnerin gewusst zu haben, die schon über einen Abschied vom Tennis zum Jahresende nachgedacht hatte. Die Serbin wird die Führung in der Weltrangliste wohl wieder verlieren. dpa

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