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Knick unterm Dach

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Bei den Scharmützeln von Ochs mit den Offenbacher Anhängern war zumindest Feuer unterm Dach der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Ballsporthalle.
Bei den Scharmützeln von Ochs mit den Offenbacher Anhängern war zumindest Feuer unterm Dach der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Ballsporthalle. © ddp

Weil die regionalen Klubs das Finale verpassen, geht dem Frankfurter Hallenfußballturnier ein wenig die Luft aus. Die Eintracht spielt ohne Biss, FSV und OFC sind engagiert − und St. Pauli kassiert den Scheck. Von Ingo Durstewitz und Andreas Hunzinger

Von Ingo Durstewitz und Andreas Hunzinger

Schließlich, nach vielen, unschönen Schmähgesängen, ließ sich Patrick Ochs, der Frankfurter Junge, doch noch zu einer kleinen Geste hinreißen. Der Eintracht-Profi wirbelte irgendwann auf dem Absatz herum, drehte sich der Offenbacher Fankurve zu und warf den OFC-Anhängern sehr ausladend einige Kusshände zu. Natürlich erntete Ochs für die dezente Provokation weitere Beschimpfungen. "Ich bin es gewohnt", sagte Ochs nur. Und die peinliche 1:4-Klatsche der Eintracht im ewig jungen Prestigeduell gegen Kickers Offenbach? "Draußen spielt die Musik", antwortete Ochs. Und da hatten die Frankfurter zuletzt im DFB-Pokal dreimal die Nase vorn.

Bei den Scharmützeln von Ochs mit den Offenbacher Anhängern war zumindest Feuer unterm Dach der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Ballsporthalle. Das war zum Schluss des Turniers nicht mehr so, weil das Finale ausgerechnet Arminia Bielefeld und der FC. St. Pauli bestritten. Die Eintracht hatte - wie tags zuvor in Mannheim - bereits nach der Vorrunde die Segel streichen müssen. Der Niederlage gegen die Kickers folgte ein 1:2 gegen Bielefeld. Immerhin kamen die schlapp und lustlos auftretenden Eintracht-Profis dadurch früh ins Bett. Am Montagmorgen ging es morgens um sechs Uhr mit dem Bus nach Köln, wo der Flieger Richtung Belek wartete. Trainer Michael Skibbe ging mit seinen Spielern dennoch hart ins Gericht. "Ich bin sehr enttäuscht über die Leistung", sagte er. "Das war schwach und behäbig." Die Frankfurter erzielten nicht mal ein eigenes Tor, sie waren auf zwei Selbsttreffer angewiesen. Selim Teber versiebte gegen Bielefeld sogar noch einen Neunmeter.

Und doch kam trotz des frühen Ausscheidens der Eintracht noch mal gute Stimmung auf. Im Halbfinale zwischen dem OFC und St. Pauli kam es zu einer kleinen Verbrüderung der Frankfurter Fans mit denen des FC St. Pauli. Da wurden die Hamburger frenetisch angefeuert. Es sollte helfen, Pauli siegte 3:1 und schickte den OFC ins Spiel um Platz drei gegen den FSV Frankfurt. Dort behielten die Kickers die Oberhand.

Der FSV zog sich beim Hallenkick dennoch gut aus der Affäre. Heute brechen die Bornheimer ins Trainingslager nach Mallorca auf. Neben Oualid Mokhtari und Bakary Diakité haben die Verantwortlichen vier weiteren Spielern mitgeteilt, dass sie keine großen Perspektiven mehr haben. Sportmanager Uwe Stöver hat Nachwuchsmann Alexis Theodisiadis nahegelegt, sich zu einem Dritt- oder Regionalligisten ausleihen zu lassen, um Spielpraxis zu sammeln. Bei den übrigen Profis, die der FSV gerne abgeben würde, soll es sich um Matthew Taylor, Soumaila Coulibaly und Kirian Ledesma handeln. Auf Mallorca erwarten die Bornheimer Testspieler Gauthier Diafutua. Der 24-jährige Franzose ist vereinslos und spielte zuletzt beim belgischen Erstligisten Tubize AFC.

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