Handball

Der Knallstart

Nur wenige Tage nach dem EM-Finale wartet der Bundesliga-Beginn auf die Handballer - gleich zum Wiederbeginn wartet ein Topspiel.

Es klingt nach drei Wochen EM-Spektakel ein wenig paradox, aber die Handballer können den Bundesliga-Knallstart kaum erwarten. „Klar ist die Müdigkeit des Turniers noch zu spüren“, sagt Hannovers Senkrechtstarter Timo Kastening, „aber es geht gegen den THW Kiel, und da werden wir schnell wieder auf Betriebstemperatur kommen“.

Nur wenige Tage nach dem EM-Finale startet die Liga in ihren Saison-Endspurt – und der Auftakt hat es in sich: Spitzenreiter THW Kiel muss am Samstag (20.45 Uhr) beim Zweiten TSV Hannover-Burgdorf ran, der Dritte SG Flensburg-Handewitt empfängt am Sonntag (13.30) den Vierten SC Magdeburg. Gerade einmal zwei Punkte trennen die vier Teams voneinander. „Sicherlich ist es nicht so leicht für die Jungs, die gerade von einem Turnier kommen, vor allem im Kopf direkt umzuswitchen“, sagte Kiels Nationalspieler Steffen Weinhold, der die EM aufgrund einer Verletzung verpasst hatte, den Kieler Nachrichten. Aber er mache sich über den Spielplan keine Gedanken. „Wir wissen alle, um was es geht“, sagte Weinhold, die Partie in Hannover sei „ein enorm wichtiges Spiel für uns.“

„Kein Problem“ für Duvnjak

Bestes Beispiel für das enorme Pensum der Handballer ist Kiels Anführer Domagoj Duvnjak. Am Sonntag kämpfte der Kroate, der bei der EM zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war, noch mit seiner Mannschaft im Endspiel gegen Spanien (20:22) um den Titel, feierte dann zwei Tage lang in Zagreb die Silbermedaille – und stand am Mittwochabend schon wieder bei einem Testspiel der Kieler in Hamburg in der Startformation.

„Das ist überhaupt kein Problem“, versicherte Duvnjak, der wie viele EM-Fahrer neun Spiele in nicht einmal zweieinhalb Wochen absolviert hatte. Er habe schließlich eine Medaille gewonnen. Und auch bei Dänemarks Weltklasse-Torhüter Niklas Landin überwiegt die Vorfreude. „Ich habe schon Bock auf die nächsten Spiele“, sagte der THW-Kapitän. Er hoffe, dass Spieler wie Duvnjak „ihren Lauf einfach weiterführen“. Die Hürde Hannover hat es jedenfalls in sich. Denn der bisherige Saisonverlauf sorgt in der niedersächsischen Landeshauptstadt für viel Selbstvertrauen. sid

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