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Wie gewohnt mit Verve bei der Arbeit: Pal Dardai.

Hertha BSC

Für Klinsmann ist Hertha kein Thema

Fans feiern den scheidenden Berliner Cheftrainer Pal Dardai: „Einer von uns!“.

Pal Dardai braucht womöglich schon bald neuen Platz für ein weiteres Erinnerungsstück an seiner Wohnzimmerwand im Berliner Westend. In emotionalen Worten erzählte der Ungar nach dem Start seiner Abschiedstour als Trainer von Hertha BSC, welche Bedeutung ein „wunderschönes“ und „riesiges“ Schwarz-Weiß-Bild vom Ende seiner aktiven Karriere für ihn besitzt. Und die Fans des Hauptstadtklubs feierten die Vereinslegende trotz der mauen Nullnummer gegen Hannover 96 schon beim fünftletzten Saisonspiel mit Sprechchören und dem großen Spruchband: „Dardai – einer von uns!“ „Es ist ein gutes Gefühl“, sagte der 43-Jährige stolz, „aber das muss man erarbeiten, das bekommst du nicht geschenkt.“

Er sei „ein Herthaner seit gefühlten 100 Jahren“, kokettierte der Rekordspieler des Vereins, der von 2020 an wieder im Nachwuchsbereich arbeiten könnte. Als auch noch Hannovers Coach Thomas Doll seinem Kollegen bei der Pressekonferenz zu einem „fantastischen Job“ gratulierte, schaute Michael Preetz angestrengt nach unten auf den Statistikbogen. Selbst wenn die Leistungskurve diese Rückrunde auch in der vierten kompletten Saison unter Dardai wieder abstürzte, muss der Geschäftsführer seinen Ex-Mitspieler auch als identitätsstiftende Figur für den Verein ersetzen.

Nicht immer hatte der frühere Stürmer in der Vergangenheit ein glückliches Händchen in seiner Auswahl von Trainern bewiesen. So will sich Preetz nun trotz des umkämpften Trainermarkts mit gleich mehreren suchenden Bundesligisten nicht hetzen lassen. „Ich führe Gespräche und will mir ein Bild verschaffen“, sagte er. „Wir haben Zeit bis zum Saisonende, das sind einige Wochen. Ich werde mir die Zeit nehmen, um eine Entscheidung zu treffen.“

Einen „Bild“-Bericht, dass der Schweizer Gerardo Seoane von BSC Young Boys aus Bern Topkandidat sei, kommentierte Preetz beim Pay-TV-Sender Sky nicht. Es sei vielmehr „völlig offen“, wer zur kommenden Saison auf Dardai folgt. Eins ist aber klar: „Es muss jemand sein, der junge Spieler weiterentwickelt, der idealerweise auch schon nachgewiesen hat, dass er mit Talenten arbeiten kann.“ Dies träfe zumindest auf Seoane zu.

Der 40-Jährige hatte zuletzt in seiner ersten Saison als Chefcoach in Bern vorzeitig die Schweizer Meisterschaft mit dem Verein perfekt gemacht. Zuvor trainierte der frühere Profi als Nachfolger von Markus Babbel für ein halbes Jahr den FC Luzern. Bei den Young Boys besitzt er noch einen Vertrag bis Ende Juni 2021. Einer seiner Assistenten ist Harald Gämperle, der bereits unter Lucien Favre als Co-Trainer bei Hertha tätig war. Auch Bern wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Ein medial gehandelter prominenter Kandidat wies hingegen Spekulationen um einen möglichen Job in Berlin bereits zurück. „Hab gehört, mein Name wird mit Bundesligaklubs in Verbindung gebracht. Nur um Klarheit zu schaffen: Da ist nix dran und absolut kein Thema für mich im Moment“, twitterte Jürgen Klinsmann am Osterwochenende. (dpa)

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