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Üben fürs große Ziel: Michael Ballack, Simon Rolfes und Arne Friedrich (von links)
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Üben fürs große Ziel: Michael Ballack, Simon Rolfes und Arne Friedrich (von links)

Deutschland bei der EM

Klettern am porösen Seil

Die Bergtour 2008 soll für die deutsche Mannschaft mit dem Gipfelsturm enden.

Von JAN CHRISTIAN MÜLLER

Mit 15 Spielern, die bereits zum recht erfolgreichen WM-Kader von 2006 gehörten, reist die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag in die Schweiz. Sie erwartet von sich nicht weniger als die Menschen in der Heimat und die Wettanbieter: den Titel. Das ist, nach zwei völlig missglückten Europameisterschaften 2000 und 2004, ein hoch ambitioniertes Ziel.

Aber es ist auch ein realistisches Ziel für den hohen Mitfavoriten, der in seiner Kompaktheit wie eine gut eingespielte Vereinsmannschaft agieren kann. Der zuverlässige Mittelfeldspieler Torsten Frings, bei der WM vor zwei Jahren in Weltklasseform, gibt die Losung vor: "Wir haben generell nur eine Chance, wenn wir als Mannschaft auftreten. Das war 2006 unser Vorteil, das müssen wir wieder hinbekommen."

Das Selbstbewusstsein, beim als Bergtour 2008 ausgerufenen Gipfelsturm ganz oben anzukommen, saugen die Spieler aus der erfolgreichen Qualifikation, als Deutschland sich als erste Nation nach den gesetzten Gastgebern Schweiz und Österreich souverän qualifizierte.

Innenverteidiger Christoph Metzelder glaubt, "im Ausland" sei fast so was wie Angst vor uns zu spüren. Das sei ein angenehmes Gefühl. "Wir sind überzeugt von unseren Inhalten und unseren Spielern. Das gibt uns eine gewisse Gelassenheit", ergänzt der tatsächlich gelassen wirkende Bundestrainer Joachim Löw.

"Wir haben uns weiterentwickelt" - diesen Satz hörte man von nahezu jedem deutschen Profi im Vorbreitungs-Trainingslager auf Mallorca. Tatsächlich weiß in dieser gut funktionierenden Gemeinschaft jeder sehr genau, was er auf dem Platz zu tun hat. "Wir werden den Gegnern nicht viele Chancen erlauben", ist sich Verteidiger Philipp Lahm sicher. Das Team ist zusammengewachsen, betreibt eine aufwändige Defensivarbeit, ohne dabei das zielgerichtete, schnelle Spiel nach vorne zu vernachlässigen, könnte jedoch einen Ausfall des Kapitäns Michael Ballack wohl kaum verkraften.

Im Gegensatz zu den beiden ersten Europameisterschaften dieses Jahrtausends, als die Deutschen in insgesamt sechs Spielen nur drei Tore schafften, ist im aktuellen Kader Verlass auf die Angreifer. Der erste Sturm, Miroslav Klose und Mario Gomez, schießt gemeinsam im Schnitt zuverlässig ein Tor pro Spiel.

Vor allem dem Stuttgarter Gomez trauen Experten zu, sich als einer der Aufsteiger dieser EM zu präsentieren. Auf hohem Niveau stabil müssen sich aber auch zuletzt weniger überzeugende Spieler wie die drei Münchner Lukas Podolski, 22, Bastian Schweinsteiger, 23, und Lahm, 24, präsentieren, die vor vier Jahren in Portugal zu den wenigen Lichtblicken gehörten.

Viel Erfahrung können zwar auch Christoph Metzelder, 27, und der elf Jahre ältere Jens Lehmann vorweisen. Aber es bleiben erhebliche Zweifel, ob die beiden die starken Leistungen, die sie 2006 zu zentralen Figuren des relativen WM-Erfolges werden ließen, wiederholen können. Beide strahlen nach einer insgesamt verkorksten Saison in Madrid und London längst nicht mehr die Souveränität aus, die das deutsche Team als Basis für die Klettertour benötigt.

Metzelder, nur neunmal für Real im Einsatz, macht sich Mut: "Wenn man ein Turnier isoliert betrachtet, ist es auch nicht optimal, wenn man vorher 70 Spiele gemacht hat. Oft sind gerade die Spieler, die eine Saison bestimmt haben, nicht mehr die Protagonisten des Turniers."

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