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Als Deutscher ist Lukas Kleckers auf der Snooker Main Tour ein Exot - wie die Jamaikaner in der Bobbahn.

Start der Snooker Main Tour

Kleckers hat den Sprung zu den Snooker-Pofis geschafft

Nur rund 750 aktive Spieler und bisher keine Teilnahme bei einer WM-Endrunde: Snooker ist in Deutschland eine Randsportart. Doch ein 21-Jähriger hat es nun in den kleinen Kreis der Profis geschafft.

Vor ein paar Wochen war es noch ein undenkbares Szenario. Lukas Kleckers bereitete sich gerade auf die sogenannte Q-School vor, ein Qualifikationsturnier für die Profi-Tour im Snooker.

Der 21-Jährige war damals selbst skeptisch, sprach von der Tagesform, von der alles abhänge. Am Freitag beginnt nun eben jene Snooker Main Tour in Riga - und Lukas Kleckers ist tatsächlich dabei.

„Alle haben sich riesig gefreut und ich habe unzählige Nachrichten von allen Seiten bekommen“, sagt Kleckers. „Da viele mitbekommen haben, wie viel ich darauf hingearbeitet habe, haben sie sich umso mehr gefreut.“ Am großen grünen Billardtisch nehmen die Deutschen eigentlich eine Rolle ein wie Jamaikaner in der Bobbahn. Auf der Main Tour der 128 Profis spielen vor allem Briten, einige Asiaten und vereinzelt auch Südamerikaner oder Australier. Umso bemerkenswerter ist es, dass Kleckers den Sprung zu den Profis geschafft hat.

Der 21-Jährige ist ein besonnener Gesprächspartner, zu Übermut neigt er nicht. Dementsprechend hat er sich auch keine konkreten Ziele für die ersten Turniere gesetzt. „Über mögliche Chancen mache ich mir zunächst keine großen Gedanken, da die Situation für mich ganz neu ist und ich erst viele neue Dinge lernen muss.“

Letztlich kann der junge Mann aus dem Ruhrgebiet die anstehenden Turniere entspannt angehen - allein seine Teilnahme ist eine kleine Sensation. Doch klar ist auch: Ohne Erfolge und die zugehörigen Preisgelder wird Kleckers die zwei Jahre, die er zunächst auf der Tour mitspielen darf, nicht finanzieren können.

Denn Snooker ist ein teurer Sport. Meldegebühren für die Turniere, Reisekosten und gute Trainingsmöglichkeiten gibt es nicht kostenlos. „Klar werde ich häufiger nach England fliegen und dort trainieren, besonders vor den Turnieren. Das hängt dann natürlich auch von meiner finanziellen Situation ab“, sagt Kleckers.

Dieses Problem hatte auch Patrick Einsle, der bis März 2014 als deutscher Einzelkämpfer Teil der Snooker-Profiwelt war. „Das Hauptproblem ist das Geld“, sagt der 30-Jährige heute, drei Jahre nach seinem Rücktritt als Profi. Ihm mangelte es damals an Sponsoren, die Preisgelder flossen nicht in ausreichender Höhe.

Um Turniersiege kann es für das Talent Kleckers in seiner ersten Profi-Saison natürlich kaum gehen. Die ein oder andere gute Platzierung dagegen wird er sich aber herausspielen müssen.

Ob das beim Auftaktturnier in Riga gelingen kann, ist fraglich. Durch eine überstandene Qualifikation gehört er zwar zu den 64 Spielern, die ab Freitag um den ersten Turniersieg der Saison 2017/ 2018 kämpfen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass sein erster Gegner der Weltranglisten-Siebte und Titelverteidiger des Riga Masters Neil Robertson aus Australien ist. Positiv gedacht: Kleckers könnte gleich zu Beginn der Saison ein dickes Ausrufezeichen setzen.

(Von Fabian Nitschmann, dpa)

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