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Kommentar zum FC Sion

Klagefreuden

Der FC Sion geht wegen einer Wiedereingliederung in die Europa League vor Gericht. Die Klage der Schweizer ist Teil eines juristischen Slalomlaufs, der Verwirrung stiften wird.

Von xxxxml

Der FC Sion geht wegen einer Wiedereingliederung in die Europa League vor Gericht. Die Klage der Schweizer ist Teil eines juristischen Slalomlaufs, der Verwirrung stiften wird.

Am Donnerstagabend, so viel scheint sicher, tritt Udinese Calcio in der Europa League bei Celtic Glasgow an. Ob die Reise jedoch nicht pure Zeitverschwendung ist, wird sich später herausstellen. Kann sein, dass der italienische Fußballklub die Partie im Dezember noch einmal spielen muss, dann aber beim FC Sion.

Dessen publicityfreudiger Klubchef Christian Constantin führt mit einer ganzen Armada von Anwälten derzeit einen bizarren Feldzug gegen die Fußballverbände dieser Welt und zerrt sie, mit wechselndem Erfolg, vor jedes Sport- oder Zivilgericht, dessen er habhaft werden kann.

Am Dienstag beim Waadtländer Kantonsgericht ging es eher schlecht aus, weil die Verhandlung über die Wiedereingliederung in die Europa League auf kommende Woche vertagt wurde, und Udine also in Glasgow statt in Sion spielt. Gestern hatte er dafür Erfolg beim Bezirksgericht Martigny, das den sechs Spielern, die Constantin trotz eines sportrechtlich wasserdichten Transferverbots seitens des Weltverbandes Fifa verpflichtet hatte, eine provisorische Spielgenehmigung für die Schweiz erteilte.

Der FC Sion ist beileibe nicht der erste Klub, der vor ordentliche Gerichte zieht, vergangene Saison war etwa Real Mallorca in Palma mit der Klage gegen seinen Europa-League-Ausschluss gescheitert. Das Gericht hatte, wie meist in diesen Fällen, nicht sich, sondern die Sportgerichtsbarkeit für zuständig erklärt. Entsprechend urteilte im Fall Sion auch das Kantonsgericht Wallis, aber das parallel angerufene Waadtländer Kantonsgericht nahm sich wichtiger und verfügte eine „superprovisorische“ Teilnahmegenehmigung für den europäischen Wettbewerb.

Diese wiederum wurde hochnäsig vom europäischen Verband Uefa ignoriert, der einen Vorrang der Sportgerichte reklamiert, woraufhin der Sion-Chef prompt Uefa-Präsident Michel Platini verklagte. Es ist unwahrscheinlich, dass der streitlustige Constantin in letzter Instanz durchkommt mit seiner Mixtur aus Spitzfindigkeit und Dreistigkeit, doch Verwirrung wird der juristische Slalomlauf noch eine Menge stiften. Und das nicht nur bei Udinese und Celtic, die wohl erst in ein paar Jahren erfahren, welches ihrer Spiele eigentlich gegolten hat und welches nicht.

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