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Glosse

Ab in die Kiste

  • Jürgen Ahäuser
    VonJürgen Ahäuser
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Eine knallharte Recherche im Newsroom der Frankfurter Rundschau ergab: Bowles ist zwar eine in Großbritannien äußert beliebte Sportart, umschreibt aber nicht mehr als das stetige Schieben einer ruhigen Kugel.

Um den Einstieg in diese Glosse zu verstehen, bedarf es einiger Erklärungen. Wie sich überall in der Welt herumgesprochen haben dürfte, verfügt die FR über den modernsten Newsroom Deutschlands. In dieser Halle produziert eine Heerschar von Redakteuren und Redakteurinnen an einer Heerschar von Computern die Zeitung, die FR-online-Ausgabe und eine iPad-Version, die für den Oscar nominiert wird. Das musste nebenbei mal gesagt werden.

Im Tempel der Neuigkeiten gibt es vier fußballtorgroße Leinwände und ein Dutzend nicht gerade kleiner Flachbildschirme, auf denen ohne Unterlass im Wechsel Nachrichtensendungen aus aller Welt, Online-Seiten von Provinz- und Weltmedien und gelegentlich auch kulturell hochwertige Fernsehsendungen auf die Medienschaffenden herabflimmern. Ein junger Besucher hat beim Anblick des Nachrichten-Raumschiffs staunend gerufen: „Sieht aus wie beim FBI.“ Investigativ halt.

Womit wir endlich beim Thema wären. Eine seit Tagen live von Eurosport übertragene Sendung hätte wegen kaum auszuhaltender Spannung beinahe sowohl das Erscheinen aller papierenen als auch aller elektronischen Ausgaben der FR verhindert. Was die Herren mit Namen Ross und Rowland trieben, war von der fixen Sportredaktion rasch als eine Art Boule identifiziert. Offiziell nennt sich diese Art des Schiebens einer ruhigen Kugel Bowles.

Bei der WM, so ergab die knallharte Recherche, schauen drei Millionen Briten wie elektrisiert zu. Der Kollege vom iPad-Ressort hatte blitzschnell erkannt, dass Bowles deshalb eine äußerst interessante Leibesübung ist, weil selbst mit einer chronischen Arthrose im Wurfarm, entsprechende Technik vorausgesetzt, noch für ein erfülltes Sportlerleben gesorgt werden kann. Wie in jeder anständigen Sportart gibt es Brust- und Bandenwerbung: „The co-operative funeralcare.“

Passt perfekt zum sonst nicht mehr werberelevanten Publikum, das von der ebenso einzigartigen wie mutigen Werbung wie schockgefrostet auf der Tribüne hockt und wohl darüber grübelt, ob die letzte Kiste lieber aus Eiche oder Kiefer, der letzte Gang lieber in der Pferdekutsche oder im Kombi angetreten wird.

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