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Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Impfumg für Säuglinge ab einem Alter von sechs Monaten.

Masern

Kinderärzte fordern Impfpflicht für Kitas

Hintergrund ist der Fall eines Mädchens aus Bad Salzuflen, das infolge einer Masern-Infektion an einer tödlichen Gehirnentzündung erkrankt ist.

Frankfurt/Main. Die deutschen Kinderärzte haben eine Impfpflicht für Kita-Kinder gefordert. Vor der Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung müssten die Eltern für ihren Nachwuchs alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen nachweisen, verlangte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte am Mittwoch. Zugleich warnten die Experten vor Ansteckungen mit Masern in den Sommerferien. Das Virus grassiere derzeit in vielen beliebten Urlaubsländern, darunter der Schweiz, Österreich, Irland, England und Italien.

Hintergrund des neuerlichen Aufrufs des Berufsverbandes ist der Fall eines zehnjährigen Mädchens aus Bad Salzuflen, das einer chronischen Maserngehirnentzündung erkrankt ist. Die sogenannte Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verlaufe als Spätfolge einer Masernerkrankung praktisch immer tödlich, erklärten die Mediziner. Der Fall des Mädchens sei vor allem deshalb bemerkenswert, da es schon die zweite SSPE-Erkrankung in der Stadt sei. Beide Kinder hätten sich im Säuglingsalter beim routinemäßigen Besuch eines Kinderarztes mit dem Erreger angesteckt und seien an Masern erkrankt.

"Diese Fälle sind nicht nur sehr tragisch für die betroffenen Kinder und deren Familien - sie zeigen auch sehr deutlich, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind", sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Reinhard Berner. Besonders Säuglinge, die ja noch nicht geimpft werden könnten, seien gefährdet, an dieser gefährlichen Spätfolge der Masern zu versterben. "Es ist daher besonders wichtig, Maserninfektionen bei Säuglingen zu verhindern", erklärte der Professor. (ap)

www.kinderaerzte-im-netz.de

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