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Keine radikalen Änderungen

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Martin Whitmarsh sist der neue Teamchef bei McLaren-Mercedes.
Martin Whitmarsh sist der neue Teamchef bei McLaren-Mercedes. © Foto: dpa

Nach einer "20-jährigen Übergangsphase" übernimmt Martin Whitmarsh exakt vier Wochen vor dem WM-Auftakt das Ruder bei McLaren-Mercedes. Einen neuen Kurs wird er aber nicht einschlagen.

Woking. Nach einer "20-jährigen Übergangsphase" übernimmt Martin Whitmarsh exakt vier Wochen vor dem WM-Auftakt das Ruder bei McLaren-Mercedes. Einen neuen Kurs wird der Nachfolger von Ron Dennis nun aber nicht einschlagen.

Auch auf weitere Sicht "erwarten weder Ron noch ich selbst durch unsere veränderten Rollen radikale Änderungen im Team", sagte der 50-Jährige in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er sei sich vollkommen bewusst, dass Dennis, der in seiner fast 30-jährigen Regentschaft zehn Fahrertitel und sieben Konstrukteurs-Weltmeisterschaften in der "Königsklasse" bejubeln durfte, "ein übermächtiges Erbe" hinterlasse. "Es wird unglaublich schwer werden - wenn ich das nicht so sehen würde, müsste ich mir Sorgen machen", sagte er.

Zumal der Anspruch in der am 29. März in Melbourne beginnenden Saison nicht höher sein könnte. "In vielerlei Hinsicht ist meine Aufgabe als Teamchef recht klar definiert: Sieg in der Fahrer- und Konstrukteurs-Meisterschaft", erklärte Whitmarsh. "Tatsächlich habe ich das ganze Ausmaß meiner neuen Rolle noch gar nicht vollständig realisiert", gestand der Brite.

Volle Unterstützung bekommt er nicht nur von Dennis, der bei der Präsentation des neuen Wagens im Januar überraschend seinen Rückzug angekündigt hatte. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat gar keine Zweifel, dass es auch in der neuen Konstellation wie geschmiert läuft. "Wir sind ein eingespieltes Team mit vollstem Vertrauen zueinander und können uns auf kürzestem Weg abstimmen", sagte der Schwabe, der mit dem Duo Dennis/Whitmarsh bereits seit 1994 eng zusammenarbeitet.

Nun aber mit Whitmarsh als nominelle Nummer 1 in der Team-Hierarchie. "Es gibt hier kein Kompetenzgerangel, sondern einen klar definierten Weg nach vorne, auf dem jeder stetig die von ihm zu erwartenden Schritte macht - und zwar mit Tempo", erklärte Haug und verwies auch darauf, dass Dennis als Vorstandsvorsitzender und Firmenchef der McLaren-Gruppe selbst natürlich das größte Interesse am weiteren Erfolg des Teams hat.

Im vergangenen Jahr erfüllte Lewis Hamilton mit dem Gewinn des WM-Titels einen sportlichen Lebenstraum von Dennis. Er hatte den Jungstar zum Weltmeister geformt. Mit Dennis' Rückzug war spätestens nach der leidigen Spionage-Affäre 2007, die neben viel Nerven vor allem auch 100 Millionen Dollar Strafe gekostet hatte, immer wieder spekuliert worden. Bei der Präsentation des neuen Autos für diese Saison war es dann soweit. "Es war Zeit, dass Martin diese Stelle bekommt. Es war meine eigene Entscheidung", erklärte Dennis, der in der Öffentlichkeit als unterkühlt, distanziert und daher oft auch als arrogant angesehen wird.

Die Beziehung zu Dennis "hatte ihre Höhen und Tiefen", gestand Whitmarsh. Er betonte zugleich: "Ron hat sich mir gegenüber auch unglaublich großzügig gezeigt. Ich gebe das nicht gerne zu - nicht vor mir selbst und schon gar nicht gegenüber anderen, aber Ron hat mich über die Jahre geformt." Sie seien aber alle drei verschieden, und das sei gut so, meinte Mercedes-Mann Haug. Gemein sei ihnen "der totale Einsatz für den Sieg" und eine "echte Freundschaft zueinander". Dennis sei extrem anspruchsvoll, "aber - keine Angst - ich bin sicher, weder Martin noch ich wollen weniger", betonte Haug. (dpa)

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