Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kommentar zum Fall Britta Steffen

Kein Drama

Wenn eine Sportlerin ihr Potenzial nicht abrufen kann, ist das keine Staatsaffäre. Im Fall Britta Steffen übertreiben manche Kritiker. Auch und insbesondere Franziska van Almsick.

Von Wolfgang Hettfleisch

Für manche Dinge schämt man sich und wird ihretwegen von anderen schräg angeguckt. So wie der kleine Paul, der nicht schwimmen kann. Das ändert sich im Urlaub dank freundlicher Unterstützung von Seestern Anton und Krabbe Frieda. Das Kinderbuch „Paul Plantschnase am Meer“ lehrt, dass man sich seiner Schwächen ebenso wenig zu schämen braucht wie der Hilfe durch Andere, um sie zu überwinden.

Die Autorin weiß auch bei Britta Steffen Rat. Er fällt aber eher unter die Rubrik Holzhammer-Pädagogik: Arschbacken zusammenkneifen! Franziska van Almsick, die besagtes Kinderbuch schrieb, erweist sich in Diensten der ARD als schärfste Kritikerin ihrer Nachfolgerin. Sie kann partout nicht verstehen, dass die Doppel-Olympiasiegerin die Konsequenz aus zwei missratenen WM-Auftritten zog und abreiste.

Auch die meisten Journalisten sind indigniert und verlangen von den Verantwortlichen des Deutschen Schwimm-Verbands beinahe inquisitorisch Auskunft über die Motive für die vorzeitige Heimreise der Wahl-Berlinerin aus der Uckermark, die überall nur „Flucht“ genannt wird. Das klingt so schön dramatisch.

Es kann viele – auch sehr persönliche – Gründe geben für die schwache Leistung einer Topathletin. Und ebensolche für die Entscheidung, sich die noch ausstehenden Wettbewerbe zu sparen. Dass Medien nachbohren, ist logisch, wenn es sich um Deutschlands erfolgreichste Schwimmerin der Gegenwart handelt. Aber wenn eine Sportlerin ihr Potenzial nicht abrufen kann, ist das keine Staatsaffäre. Und es gibt gottlob kein Gesetz, das dem DSV oder Britta Steffen vorschriebe, öffentlich Rechenschaft abzulegen.

Abgesehen vom Talent hat die 27-Jährige wenig gemein mit dem einstigen Cover Girl van Almsick, das früh das Rampenlicht suchte und eine öffentliche Figur geblieben ist. Steffen liebt öffentliche Auftritte nicht. Spricht sie über sich und ihren Sport, klingt es weit reflektierter und selbstkritischer als alles, das die ewige „Franzi“ im Verlauf ihrer Karriere so daherplapperte. Die kennt das mitunter krasse Auf und Ab im Schwimmsport übrigens bestens. Schämt sie sich der Erinnerungen? Da können sicher Seestern Anton und Krabbe Frieda helfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare