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Skispringer Karl Geiger hat den Weltcup in Engelberg gewonnen.

Das ist unbeschreiblich

Karl Geiger bejubelt ersten Weltcup-Sieg

Wellinger? Freitag? Freund? Der neue Skisprung-Sieger aus dem deutschen Team heißt Karl Geiger. Über Jahre hat sich der stille Adler aus Oberstdorf nach oben gearbeitet - jetzt bejubelt er seinen größten Sieg.

Karl Geiger stand fassungslos im Auslauf der malerischen Gross-Titlis-Schanze von Engelberg und legte mit Kumpel Andreas Wellinger sein breitestes Grinsen auf.

Mit einem solchen Coup hatte der 25-Jährige zwei Wochen vor Beginn der Vierschanzentournee selbst nicht gerechnet. „Das ist unbeschreiblich, ich bin einfach nur mega happy, dass mir der Wettkampf so gelungen ist“, sagte Geiger. Fast drei Jahre hatte er es im Einzel nicht mehr auf's Podest geschafft - überhaupt war der Sieg erst seine zweite Platzierung unter den besten Drei im Weltcup.

„Fantastisch, dass es für ihn so ausgegangen ist. Er hat es sich wirklich verdient, er ist ein Kämpfer. Er ist immer besser geworden“, sagte ein beinahe überschwänglicher Bundestrainer Werner Schuster über seinen lange Jahre stillen Schützling, der sich Stück für Stück verbesserte und immer näher an die absolute Weltspitze herankämpfte.

Mit Flügen auf 135 und 141 Meter demonstrierte Geiger in Engelberg, dass er inzwischen fest zur Elite gehört. „Ich freue mich einfach nur - geil! Im Wettkampf ist man immer nervös, jetzt ist es mir aber genial gelungen“, jubelte Geiger, gefühlt zog er seine beiden Wangen immer weiter nach oben. Stolz sang er später auf der obersten Stufe des Podests die deutsche Hymne mit.

Geiger hatte sich im vorletzten Einzel vor der Tournee vor dem Polen Piotr Zyla und Daniel Huber aus Österreich durchgesetzt. Vor dem größten Erfolg seiner Karriere hatte der bodenständige Bayer noch betont, wie sehr er an seiner jüngsten Leistungssteigerung Gefallen gefunden hat. „Man gewöhnt sich gerne daran, vorne zu landen. Man darf sich aber nie darauf ausruhen“, erklärte Geiger.

Bei der Tournee, die in seinem Heimatort Oberstdorf beginnt, gehört er nun definitiv zum erweiterten Favoritenkreis. Im DSV-Team bahnt sich eine Art Wachablösung an, zuletzt waren es immer wieder Geiger und Stephan Leyhe, die die besten Platzierungen einfuhren. Lange Zeit waren sie im DSV-Team Mitläufer, die oft zwischen Rang 15 und 20 landeten.

„Ich bin wieder in den Top sechs, ich bin mehr als zufrieden damit“, sagte der Willinger Leyhe diesmal nach seinem sechsten Platz. Nach dem ersten Sprung hatte er noch vor Geiger gelegen, doch den 141-Meter-Flug seines Teamkameraden konnte er nicht mehr toppen. „Der Karl ist belohnt worden. Wir hatten ziemliche Verluste heute. Wir sind froh, dass Karl und Stephan heute einen guten Wettkampf hatten“, lobte Schuster unmittelbar im Anschluss im ZDF. Olympiasieger Wellinger landete auf Rang 14.

Auch der derzeitige Dominator Ryoyu Kobayashi aus Japan und der Pole Kamil Stoch konnten Geiger in der Schweizer Idylle nicht Paroli bieten. Kobayashi wurde Siebter, Tournee-Titelverteidiger Stoch belegte Rang neun. Noch schlimmer erwischte es die DSV-Routiniers Richard Freitag, Markus Eisenbichler und Severin Freund. Mit den Rängen 32, 48 und 50 verpassten sie allesamt den zweiten Durchgang und erlebten damit einen herben Rückschlag unmittelbar vor der Tournee.

(Von Patrick Reichardt, dpa)

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