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Der Bremer Claudio Pizarro (l) gegen Simon Rolfes von Bayer.
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Der Bremer Claudio Pizarro (l) gegen Simon Rolfes von Bayer.

Werder Bremen

Kämpfen bis zum Umfallen ? und dann aufräumen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der Kraftakt gegen Bayer Leverkusen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim SV Werder Bremen am Saisonende eine gewaltige Zäsur bevorsteht.

Der Kraftakt gegen Bayer Leverkusen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim SV Werder Bremen am Saisonende eine gewaltige Zäsur bevorsteht.

Es ist nicht gewiss, ob alle Fußballer des SV Werder Bremen am Sonntagabend dieses Plakat gesehen hatten, das vor Anpfiff des Bundesligaspiels gegen Bayer Leverkusen aufgespannt wurde. „Kämpfen bis zum Ende – niemals zweite Liga“ stand in schwarzen Großbuchstaben auf weißen Grund und die Botschaft aus der Ostkurve des Weserstadions galt im Grunde einem ganzen Verein. Wer dann sah, wie der Verteidiger Sebastian Prödl nach seinem 2:2-Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit beim Jubellauf nicht mehr einzufangen war, wie der Trainer Thomas Schaaf dreimal die rechte Faust durch die Luft schleuderte, der konnte erahnen, wie sehr das Phänomen Abstiegskampf am grün-weißen Lebensnerv zehrt. Das letzte Mal, dass sich der in den vergangenen Jahren mit dem Dauerabonnement Champions League ausstaffierte Vorzeigeverein in einer so bedrohlichen Lage befand, war 1999.

Zwölf Jahre später wirkt der bald 50-Jährige aufgewühlter, angespannter, aber auch unberechenbarer und undurchschaubarer als damals. „Wir brauchen Stimmung in der Bude“, sagte Schaaf nun, und dankte dem erstaunlich geduldigen Publikum, „die Leute wissen, dass wir nicht mehr frei kombinieren können“. Der Bremer Fan steht in diesen trüben Wintertagen tatsächlich so felsenfest zu Schaaf wie der Roland auf seinem Sockel vor dem Marktplatz: Als Werder gegen die lange Zeit viel bessere Werkself hoffnungslos mit 0:2 im Hintertreffen lag, zeigten die Fans demonstrativ ein Pro-Trainer-Banner.

Doch all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Umbruch im Sommer unvermeidlich wird – ob mit oder ohne Schaaf. Des Bremer Volkes Liebling selbst hatte ja das deutlichste Zeichen gesetzt, indem er die Nationalspieler Marin, Hunt und Arnautovic auf die Bank verbannte und statt dessen dem 18-jährigen Florian Trinks als Spielmacher vertraute. Der U 17-Europameister, aus Gera stammend, sprach später von einem Super-Erlebnis, „aber eigentlich sind die persönlichen Befindlichkeiten scheißegal, wir müssen nur drinbleiben.“

Profis dieser Couleur beschäftigt der Klub zu wenige, weshalb Schaaf seinen Schachzug auch besonders hervorhob. „Florian bringt uns jugendliche Frische und Unbekümmertheit.“ Das Gegenteil dessen verkörpert Torsten Frings, der wegen einer Sperre auf der Tribüne saß. Mittelpunkt der Diskussionen ist der 34-Jährige dennoch, hat der Kapitän durchklingen lassen, seine Karriere nach 15 Jahren beenden zu wollen. Explizit mag Vorstandschef Klaus Allofs den Beschluss so nicht bestätigen: „Wir halten ihm alle Optionen offen.“ Am wahrscheinlichsten wird eine Weiterbeschäftigung im Verein sein.

Klar ist, dass sich der SV Werder Großverdiener wie Frings gar nicht mehr leisten kann. Denn ein Personalbudget von 45 Millionen Euro und mehr ist ohne Bezuschussung aus einem internationalen Wettbewerb nie und nimmer zu stemmen, deshalb kündigen sich weitere Verkäufe an. Weil Mitläufer wie etwa Tim Borowski nicht zu veräußern sind (und nicht wegwollen), wird es prominentes Personal treffen: Stammkraft Per Mertesacker (Vertrag bis 2012) ist sommers genauso ein Verkaufskandidat wie einer aus der problematischen Kategorie namens Marin, Hunt oder Arnautovic. Und bei neuen Zukäufen und Vertragsabschlüssen wird Werder ohnehin nur mit kleinem Geld operieren können. Das alles setzt den Klassenerhalt voraus. Ansonsten muss sich der Klub auf allen Ebenen neu erfinden.

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