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Jasey Jay Anderson zeigt stolz seine Goldmedaille.
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Jasey Jay Anderson zeigt stolz seine Goldmedaille.

J.J. Anderson: In lila Socken auf den Goldgipfel

In lila Socken durch den grauen Dunst zum goldenen Karriere-Ende: Snowboarder Jasey Jay Anderson hat sich in Cypress Mountain im letzten Olympiarennen seiner legendären Laufbahn seinen größten Traum erfüllt - Gold im Parallel-Riesenslalom.

Cypress Mountain. In lila Socken durch den grauen Dunst zum goldenen Karriere-Ende: Snowboarder Jasey Jay Anderson hat sich in Cypress Mountain im letzten Olympiarennen seiner legendären Laufbahn seinen größten Traum erfüllt - Gold im Parallel-Riesenslalom.

"Ich hätte alle Weltmeistertitel und Weltcupsiege gegen diese Medaille getauscht", meinte der Kanadier und zeigte stolz auf sein Edelmetall. Irgendwie konnte der 34-jährige es kaum fassen, was er da im Dauerregen-Nebel-Gemisch auf Vancouvers Hausberg Cypress Mountain geschafft hatte.

Bei seinen vierten Winterspielen wurde er endlich seiner Favoritenrolle gerecht und Vancouvers Hausberg "Black Mountain" für ihn zum goldenen Gipfel. Seine beiden drei- und vierjährigen Töchter Jora und Jy hatten zusammen mit seiner Ehefrau und rund 5000 Fans bei widrigsten Witterungsbedingungen ausgeharrt. Alle starrten den nebelverhangenen Hügel hinauf, konnten jedoch nur die letzten beiden Tore sehen. "Gold bei Heimspielen zu gewinnen, ist unglaublich. Aber den Titel im Beisein meiner Töchter zu holen, ist das Größte", sagte Anderson mit Tränen in den Augen.

Unmittelbar danach war der Star der Szenerie, der vier WM-Titel in drei verschieden Disziplinen gewann, viermal Gesamtweltcup-Sieger wurde und 26 Weltcupsiege feierte, jedoch schon wieder der Spaßvogel. Als Anderson nach einem möglichen Glücksbringer gefragt wurde, zog er spontan die Schuhe aus und zeigte seine lila Socken mit türkisfarbenen Absätzen. "Die habe ich seit 18 Jahren. Diese Dinger haben jeden Tag meiner Karriere miterlebt. Die sind mittlerweile so dünn, da kannste sogar durchgucken", meinte "Entertainer" Anderson und hielt die Strümpfe zum Beweis Richtung Deckenstrahler.

Am Ende des Weltcups werde er seine treuen Weggefährten aussortieren, so Anderson. Dann sei auch seine Laufbahn beendet. Sein Nachfolger steht schon bereit. Silbermedaillen-Gewinner Benjamin Karl aus Österreich hätte seinem zehn Jahre älteren Rivalen fast sogar das Gold entrissen. Nach dem ersten Lauf lag Karl mit 76/100 vorn, konnte diesen Vorsprung gegen einen fehlerfrei fahrenden Anderson jedoch im zweiten Durchgang nicht halten. "Dass ich gegen ihn verloren habe, macht die Niederlage einfacher", kommentierte Karl, "ich gönne ihm Gold, er ist einer der Größten aller Zeiten."

Der Aschheimer Patrick Bussler war als einziger deutscher Teilnehmer nach zwei Stürzen im Achtelfinale gegen den Schweizer Ex-Weltmeister Simon Schoch ausgeschieden und war stocksauer nach seinem verpatzten Olympia- Abenteuer. "Jeder Weltcup wäre unter diesen Bedingungen verschoben worden. Man kann nur die nächsten beiden Tore sehen, die Piste hingegen erkennt man überhaupt nicht. Da hätte ich auch gleich mit geschlossenen Augen fahren können", fluchte der 25-Jährige im Zielraum. Bussler war im ersten Lauf gestürzt und musste dann mit einem Rückstand von 1,5 Sekunden in den zweiten Durchgang gegen den Olympia-Zweiten von Turin gehen. Bei widrigen äußeren Bedingungen ging Bussler auch im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel zu Boden und musste sich damit als einziger deutscher Teilnehmer vorzeitig verabschieden.

"Da trainiert man so lange auf Olympia hin und dann muss man bei einem Wetter fahren, wo man einfach nur Glück braucht", kommentierte Bussler, "heute wird nicht der beste Snowboarder Olympiasieger, sondern der glücklichste." (dpa)

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