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Klassische Essstörung im Struwwelpeter

Jeder vierte junge Frau zeigt auffälliges Essverhalten

Bereits jede vierte junge Frau zügelt absichtlich ihre Nahrungsaufnahme, macht Diäten, träumt von einer schlanken Traumfigur und zeigt eine veränderte Körperwahrnehmung. "Das alles sind ernst zu nehmende Alarmsignale für eine Essstörung", warnt Armin Malter vom Berufsverband der Frauenärzte.

Frankfurt/Main (ap). Bereits jede vierte junge Frau zügelt absichtlich ihre Nahrungsaufnahme, macht Diäten, träumt von einer schlanken Traumfigur und zeigt eine veränderte Körperwahrnehmung. "Das alles sind ernst zu nehmende Alarmsignale für eine Essstörung", warnt Armin Malter vom Berufsverband der Frauenärzte. Eltern sollten daher gezielt auf Warnzeichen achten. Etwa ein Prozent aller Mädchen und Frauen erkranke an Magersucht, etwas vier Prozent an Ess-Brech-Sucht. Bis zu 16 Prozent der Magersüchtigen sterben laut Malter an der Erkrankung.

Zu den für Eltern sichtbaren Alarmsignalen zählen nach Angaben des Mediziners Aussagen über Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und Gewicht, geringes Selbstwertgefühl, absichtliche, dauerhafte Gewichtsabnahme, exzessive Gewichtskontrollen, übertriebene körperliche Aktivität, fast vollständiger Verzicht auf Nahrung oder Beschränkung auf kalorienreduzierte Lebensmittel sowie sehr langsames Essen.

Verschwinde das Kind nach jeder Mahlzeit auf der Toilette, wechselten sich Episoden mit eingeschränkter Nahrungszufuhr mit Heißhungerattacken ab und zeigten sich Anzeichen von häufigem Erbrechen wie Entzündungen der Magen- und Mundschleimhaut, deute dies auf Ess-Brech-Sucht hin.

Nicht selten bleibt bei den Betroffenen laut Malter die Regelblutung aus. Das deute auf einen Mangel an Östrogenen hin, die ersetzt werden müssten. Erste Anlaufstelle bei einem Verdacht sollte je nach Alter des Mädchens der Kinder- und Jugendpsychiater oder der Frauenarzt sein. Denn je früher eine Essstörung erkannt werde und je kürzer sie dauere, desto größer seien die Chancen auf Heilung.

Essstörungen lägen oft schwere seelische Konflikte zu Grunde, es scheine aber verschiedenste Auslöser zu geben, erklärt Malter. Die Medien könnten durch die Betonung des extrem schlanken Schönheitsideals nach neuen Erkenntnissen zu Körperunzufriedenheit und gestörtem Essverhalten beitragen. Aber auch der Freundeskreis der Jugendlichen, die Familienstruktur und die Einstellungen der Familienmitglieder zum Essen und zur Figur spielten neben genetischen Faktoren häufig eine Rolle.

www.frauenaerzte-im-netz.de

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