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Erneut in Frankfurt erfolgreich: Isabell Werth.

Dressurreiten

Isabell Werth gewinnt Kür in Frankfurt

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Dressurreiter Benjamin Werndl führt die Weltcup-Wertung an, Isabell Werth dominiert die Kür beim Turnier in der Frankfurter Festhalle.

Die Phase des Nein-Sagens ist angebrochen. Die Anfragen an Benjamin Werndl steigen, doch der 34 Jahre alte Ausbilder und Lehrer legt jetzt mehr Priorität auf die eigene Karriere. Nach vielen Jahren harter Arbeit und wachsender Erfolge ist der Dressurspezialist aus Aubenhausen mit so vielen guten Pferden ausgestattet, dass der ehrgeizige junge Mann endlich auf der Ebene mitreiten kann, die er schon immer anstrebte. „Ich lebe meinen Traum“, sagt der Bayer.

Gemeinsam mit der für Frankfurt startenden Team-Weltmeisterin Dorothee Schneider führt Werndl zur Halbzeit die Weltcup-Wertung an. Erstmals ist das Finale der Hallensaison, das im April 2019 in Göteborg ausgetragen wird, zum Greifen nahe. „Ich habe keine Angst davor“, sagt der Familienvater. „Höchstens ein bisschen Respekt.“ Es wäre der nächste Schritt auf dem Weg nach oben, ohne ein genaues Ziel im Blick zu haben. „Ich setze mir keine Grenzen“, sagt Werndl. Der Start in Schweden soll aber auf jeden Fall nur eine Zwischenstation sein.

Beim Frankfurter Festhallenturnier am Wochenende war Werndl deshalb auch nicht in der Großen Tour am Start, in der die Olympiasiegerinnen Kristina Bröring-Sprehe auf Desperados im Special und Isabell Werth mit Don Johnson in der Kür dominierten. Das Mitglied des nationalen Perspektivkaders setzte seinen auf gleicher Ebene mit einem Sieg im Münchner Special schon erfolgreichen Wallach Famoso lieber im Finale des Louisdor-Preises ein, während sein Weltcupfavorit Daily Mirror pausierte.

Den Vortrag in der Nachwuchsentscheidung am Sonntag, in dem die beiden hinter dem Dänen Daniel Bachmann Andersen auf Veneziano (75,14) mit 74,60 Prozent Zweite wurden, wertete der in der Einlaufprüfung noch topplatzierte Reiter vor allem als Lernerfahrung. Er selbst sei in der mit zwei bis drei kleineren Fehlern behafteten Demonstration das Problem gewesen. An die Rolle des Gejagten müsse er sich noch gewöhnen. „Aber ich will sie öfter ausfüllen“, so Werndl.

Seine zwei Jahre jüngere Schwester Jessica von Bredow-Werndl hat ihm da etwas voraus. Bredow-Werndl, im Frankfurter Special mit Zaire Zweitplatzierte, gewann im Sommer in Tryon mit der deutschen Equipe den WM-Titel. Den Bruder spornt das an. Neid empfindet er nicht. Das wäre auch kontraproduktiv. Die Geschwister führen seit zehn Jahren gemeinsam die Anlage, die die Eltern einst aufbauten. Die Aufgaben sind klar verteilt: Jessica kümmert sich ums Personal, Benjamin um die Kunden.

Sein Ruf bei diesen ist immer besser geworden. Selbst in weit entfernten Gegenden der Welt weiß man bereits, über welches Geschick der auch im Immobiliengeschäft seines Vaters tätige Unternehmer nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht verfügt. Bei den Asian Games in Jakarta übernahm der Deutsche die Betreuung der südkoreanischen Mannschaft und führte diese zu Silber. 

Doch das sei nur ein temporäres Engagement gewesen. Werndl hat seine eigenen sportlichen Ziele. Und die liegen im EM-Jahr 2019 auf dem eigenen Kontinent.

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