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Will in Kona unter die Top Ten: Daniela Bleymehl.

Ironman Hawaii

Unter dem Radar: Daniela Bleymehl will beim Ironman Hawaii hoch hinaus

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Daniela Bleymehl aus Darmstadt hat beim Ironman Hawaii eine Top-Ten-Platzierung im Visier. 

Bescheiden, zurückhaltend: Wenn Daniela Bleymehl über ihre Leidenschaft Triathlon redet, schwingt häufig eine fast demütige Tonart mit. Bloß nicht zu viel Aufhebens von ihren Ausdauerleistungen machen. Wenn der 31-Jährigen mal herausrutscht, sie habe keine große Schwäche („im Schwimmen habe ich mich verbessert, im Radfahren bin ich stark, im Laufen habe ich viel an der Technik gearbeitet“), wirkt die Triathletin aus Darmstadt fast schon erschrocken.

Derzeit überwiegt allein die Vorfreude: Mit ihrem zweiten Start beim Ironman Hawaii (Samstag 18.30 Uhr MESZ/ARD und hr-Fernsehen) steht der Höhepunkt der Saison an. „Das Rennen steht seit über einem Jahr in meinem Rennkalender. Die letzten Trainingswochen hätten im Prinzip nicht besser laufen können“, hat sie aus Kona mitgeteilt.

Dass es vor Ort etwas „wuselig“ sei, wie sie sagt, ist dem Umstand geschuldet, dass Sohn Marlon und Ehemann die gut 12.000 Kilometer lange Reise auf die Trauminsel mitgemacht haben. Im Gegensatz zu ihrer Premiere 2016, als Daniela Bleymehl noch unter ihrem Mädchennamen Sämmler auf Rang 36 einlief und ohne familiären Support antrat.

Daniela Bleymehl könnte weit vorne landen

Die damals erreichten 10:34:26 Stunden wird sie aller Voraussicht heute locker unterbieten. Nur was am Ende herausspringt, ist schwer vorherzusehen. Die Schweizer Topfavoritin Daniela Ryf dürfte aller Voraussicht auf ihren fünften Triumph zusteuern, doch dahinter gibt es viele Unwägbarkeiten. Aus deutscher Sicht werden immer wieder die ehrgeizige Vorjahresdritte Anne Haug und die willensstarke Laura Philipp genannt, aber warum sollte nicht die bodenständige Hessin auch weit vorne landen?

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Die Experten vom „Triathlon-Magazin“ schreiben jedenfalls in ihrer Rennprognose über die Startnummer 23: „Kann sie auf dem Rad mit einem starken Split überzeugen und erwischt einen guten Tag beim Laufen, ist eine einstellige Platzierung absolut realistisch.“ Und wer hat bitte das renommierte Langdistanz-Rennen in Roth 2018 gewonnen? Auch beim Ironman Italien spielte die blonde Powerfrau ihre Fähigkeiten aus und gewann nach 9:05:49 Stunden.

Erfahrung von 2016 hilft Daniela Bleymehl

Damit hatte sie bereits vor einem Jahr die Qualifikation für den Mythos Hawaii sicher und konnte die gesamte Trainingsplanung darauf abstellen. Ihr Versprechen: „Ich fühle mich bereit, am Samstag ein gutes Rennen abzuliefern. Eine Weltmeisterschaft mit einer derart hohen Leistungsdichte ist natürlich speziell. Ich möchte auf jeden Fall in die Top Ten und bin auch zuversichtlich.“ Dazu käme eine „Gelassenheit und Leichtigkeit“, die sie vor drei Jahren noch nicht hatte. Die Strapazen über 226 Kilometer – 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen - bei extremer Hitze schon einmal erlebt zu haben, sei jetzt ein unschätzbarer Vorteil: „Ich weiß, was auf mich zukommt.“

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Und so wird sie auch nicht der Versuchung erliegen, auf dem glühenden Asphaltband bis raus nach Hawi auf dem Rad zu viele Körner zu lassen. „Meine stärkste Gegnerin bin ich selbst. Ich muss geduldig bleiben.“ Um die Vorbereitung zu perfektionieren, ist sie in dieser Woche zum Energy Lab gefahren, um auf dem berüchtigten Streckenabschnitt ein Gefühl zu bekommen, auf was es dort ankommt.

Und wenn ihr das Laufen schwerer fallen sollte als gedacht, erinnert sie sich vielleicht einfach an ihren acht Jahre alten Sohn. Der lief nämlich beim Kids Run, eine Spaß-Veranstaltung für Kinder, statt der geplanten 400 Meter auf einmal eine Meile. Und kam als Fünfter ins Ziel. Eine Platzierung, mit der Daniela Bleymehl am längsten Tag des Jahres vollauf zufrieden wäre. Und warum nicht irgendwann noch von mehr träumen? Mit 31 ist sie erst im besten Alter. Und wer die Karriere der Kämpfernatur seit 17 Jahren verfolgt, stellt fest: Auf der Langdistanz könnte für sie in Zukunft sogar noch mehr gehen.

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