Stars wollen nach Roth

Bei Ironman Frankfurt tritt nur die zweite Garde an

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Die Challenge Roth hat das Top-Trio aus Hawaii der Männer und Frauen am Start. dem Ironman Frankfurt bleibt nur die zweite Garde.

Der Grad an innerer Genugtuung ist bei Felix Walchshöfer inzwischen so groß, dass der Strippenzieher der Triathlon-Traditionsveranstaltung in Roth in der aktuellen Pressemeldung nicht einmal zitiert werden muss. Am Dienstag haben die Macher des Challenge-Rennens über die klassische Langdistanz (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen) „das beste Starterfeld aller Zeiten“ verkündet – und das ist nicht übertrieben. Nicht nur der deutsche Ironman-Weltmeister Jan Frodeno und die Weltmeisterin Anne Haug, sondern das komplette Podium von Kona mit dem Hawaii-Zweiten Timothy O’Donnell und dem Dritten Sebastian Kienle bei den Männern sowie Lucy Charles-Barclay (Großbritannien) und Sarah Crowley (Australien) bei den Frauen wird am 5. Juli starten.

Dass die Challenge-Serie dafür tief in die Tasche gegriffen hat, scheint einerseits verbrieft. Andererseits ist der atmosphärische Aspekt der fränkischen Hochburg nicht zu verachten, die damit der Ironman-Konkurrenz, speziell dem Event in Frankfurt eine Woche zuvor, eine schallende Ohrfeige verpassen. Kienle, der schon Ironman-Weltmeister und -Europameister wurde, beendete die wochenlangen Spekulationen mit dieser Ansage: „Genau vor zehn Jahren hat in Roth meine Langdistanzkarriere begonnen, jetzt werde ich 36 und will in erster Linie noch Rennen machen, bei denen es richtig abgeht – so wie in Roth. Da habe ich richtig Bock.“

Leidtragender ist Frankfurt, das ausgerechnet im Jahr nach dem historischen Doppeltriumph von Frodeno und Haug nicht nur bei den deutschen Galionsfiguren ins Leere schaut. Dass Roth sich derart in den (medialen) Fokus schiebt, hat es in dieser Vehemenz noch nicht gegeben. Auffällig übt sich der für die Ironman-Geschäfte in Zentraleuropa zuständige Manager Oliver Schiek in beschwichtigender Rhetorik. Dass in Frankfurt nun definitiv allenfalls die zweite Garde sich an den „längsten Tag des Jahres“ macht, mindert die Strahlkraft des wichtigsten deutschen Ironman erheblich. Schiek hatte im FR-Interview den Start von Andreas Böcherer und Lokalmatadorin Daniela Bleymehl angekündigt, aber ansonsten die Vorgänge als wenig dramatisch eingestuft.

Zur Erinnerung: Die Zusammenstellung der Elitefelder für die Ironman-Serie erledigt die achtfache Hawaii-Siegerin Paula Newby-Fraser. „Sie steht in direktem Kontakt mit dem Profitriathleten“, hieß es vergangene Woche auf Anfrage aus der Ironman-Zentrale: „Sobald wir eine Rückmeldung haben, werden wir das Starterfeld für Frankfurt gerne kommunizieren.“ Roth war auch hier wieder schneller. Dort findet nun ein Klein-Kona statt.

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