Iran

Iran droht mit Arbeitsverbot

Der Präsident des iranischen Fußballverbands (FFI) hat kritischen Sportreportern mit einem Arbeitsverbot gedroht.

Nach einem Ligaspiel dürfen laut Mehdi Tadsch die Reporter die Trainer nur über das Spiel befragen – und sonst nichts. „Bei irrelevanten Fragen werden wir zunächst den Presseausweis des Reporters beschlagnahmen und ihn bei einer Wiederholung mit einem vierjährigen Arbeitsverbot bestrafen“, sagte Tadsch.

Die Aussagen führten zu einer Protestwelle innerhalb der iranischen Sportpresse. Die Proteste waren so heftig, dass sich sogar der Sportminister einschalten musste. „Jeder Reporter hat natürlich das Recht, zu fragen was er will“, sagte Massud Soltanifar laut Nachrichtenagentur Isna am Montag. Genauso habe jeder Trainer das Recht, auf die Frage zu antworten oder nicht, sagte der Minister.

Nach Meinung der Sportmedien im Iran ist Tadsch gar nicht befugt, Reportern mit einem Arbeitsverbot zu drohen. Die Rechtfertigung des FFI ist jedoch, dass „irrelevante“ Fragen direkt nach dem Spiel zu verbalen Auseinandersetzungen führen könnten. Dies wäre weder für die Reporter noch für die Trainer angemessen, erklärte ein FFI-Sprecher.

FFI-Präsident Tadsch steht derzeit mächtig unter Druck. Einerseits musste er den Beginn der ersten iranischen Liga um fast einen Monat verschieben, weil viele Stadien im Land den von der asiatischen Fußball-Konföderation geforderten internationalen Standard nicht erfüllen. Andererseits muss er sich gegen den einflussreichen Klerus durchsetzen, um das 40-jährige Stadionverbot für Frauen aufzuheben. Wenn ihm das nicht gelingen sollte, drohen dem FFI und der iranischen Nationalmannschaft seitens des Weltverbandes FIFA ein Ausschluss von der Qualifikation für die WM 2022 in Katar. (dpa)

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