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Gianni Infantino hat einen Milliarden-Deal eingefädelt - und will als Geschäftsführer so richtig abkassieren.

Ausverkauf

Infantinos Intrige

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Gianni Infantino will abkassieren: 25 Milliarden Dollar für den Ausverkauf fast sämtlicher Rechte des Weltfußballverbands. Ein Kommentar.

Achtung, Achtung, es folgt eine Aussage,  die Gefühlswallungen irgendwo zwischen einem lauten Lachanfall und einer wilden Weinattacke hervorrufen kann. Oder in blankes Entsetzen mündet. Also bitte, Sinne schärfen, Konzentration hochfahren: „Als ich gesehen habe, was bei der Fifa passiert, war mir klar, dass ich nicht dabei zusehen kann, wie sich alles selbst zerstört. Es muss etwas getan werden, und zwar für den Fußball.“ Gesprochen hat diese hehren Worte Gianni Infantino im Februar 2016 als neu gewählter Fifa-Präsident, gerichtet waren sie an die Mitglieder des Weltfußballverbands. Fast drei Jahre später ist die Aussage an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, ihr fehlt nicht viel zu einer Lüge.

Neuestes Kapitel in der Liste der Infantino-Intrigen: Seit Monaten täuscht er die Öffentlichkeit und die Fifa-Gremien über den Hintergrund einer Milliarden-Offerte. Er drängt den Fifa-Vorstand zum Beschluss, zwei neue Turniere zu schaffen, eine Weltliga für Nationalteams und eine auf 24 Mannschaften erweiterte Klub-WM. Im Gegenzug würden Investoren 25 Milliarden Dollar bieten. Damit verbunden wäre der Ausverkauf fast sämtlicher Rechte, nicht zuletzt derer an Weltmeisterschaften.

Als Infantino 2016 zu seinem Posten kam, da schien es nach der Ära Sepp Blatter kaum möglich, dass die Fifa noch tiefer fallen könnte – ein Irrtum. In kurzer Zeit hat Infantino auf den wichtigsten Positionen der Fifa seine eigenen Leute installiert, er ist so mächtig wie kein Präsident zuvor. Immer klarer wird, dass der Fußball niemanden weniger vertrauen kann als dem obersten Chef. Nun besteht immerhin die Hoffnung, dass der neueste Vorstoß einer zu viel gewesen sein könnte, dass sich die Branche auflehnt und die nächste Präsidentenwahl im Juni 2019 gleichzeitig das Ende für Infantino bedeutet. Doch Achtung, den Optimisten sei  zugerufen: Bisher gibt es noch nicht mal einen Gegenkandidaten.

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