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Abgang: Klaas-Jan Huntelaar verlässt nach seiner Roten Karte den Platz.

Schalke 04 Klaas-Jan Huntelaar

Der "Hunter" sieht Rot

Punkte gewonnen, Huntelaar verloren: Bei Schalke 04 wird der Sieg gegen Hannover 96 vom Platzverweis für Torjäger Klaas-Jan Huntelaar überlagert. Der Niederländer hatte sich zu einem Frust-Foul hinreißen lassen. Ihm droht nun eine längere Sperre.

Nach seinem Frust-Rot verlor Klaas-Jan Huntelaar keine Zeit - und erst recht kein Wort. Ganz schnell verschwand der Torjäger von Schalke 04 nach dem 1:0 (1:0)-Stotterstart in die Rückrunde gegen Hannover 96, über einen der überflüssigsten Platzverweise der Bundesliga-Geschichte ließ er andere reden. "Er weiß selber, dass er da Mist gebaut hat", sagte Torschütze Marco Höger.

Mit seiner ersten Roten Karte im 117. Bundesligaspiel hatte der Niederländer die Freude der Königsblauen über den - vom Ergebnis her - gelungenen Auftakt der zweiten Saisonhälfte erheblich getrübt. Der "Hunter", mit 101 Pflichtspieltreffern drittbester Schalker Torjäger in Bundesliga-Zeiten, fehlt nicht nur am Dienstag (20.00 Uhr/Sky) beim Tabellenführer Bayern München und im richtungweisenden Heimspiel am nächsten Freitag gegen den direkten Champions-League-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach, sondern wahrscheinlich noch länger.

Erst die zweite Rote Karte in 453 Spielen

Fünf Minuten vor Schluss war der 31-Jährige mitten in der gegnerischen Hälfte Manuel Schmiedebach von hinten in die Beine gesprungen, als der Hannoveraner den Ball nach vorne treiben wollte. Ein Foul wie für einen Schiedsrichterlehrfilm. Trainer Roberto Di Matteo hatte seine Meinung exklusiv, als er bei Sky äußerte: "Manchmal ist eine Gelbe Karte auch genug."

Was sich Huntelaar dabei dachte, blieb sein Geheimnis. In ihm musste sich in den 84 Minuten zuvor eine Menge Frust angestaut haben, denn Rot sieht der Oranje-Stürmer äußerst selten. Es war erst die zweite Rote Karte in 453 Pflichtspielen, die erste hatte er am 18. September 2005 beim 1:5 mit dem SC Heerenveen bei Feyenoord Rotterdam erhalten. Dreimal Gelb-Rot steht in seiner Profikarriere zudem zu Buche, doch Huntelaar ist wahrlich "kein Wiederholungstäter", wie Sportvorstand Horst Heldt betonte.

Dass er zwei gute Torchancen vergab, dürfte Huntelaar nicht derart frustriert haben. Eher schon, dass er viele seiner elf Kilometer in der eigenen Hälfte zurücklegen musste. Denn gegen spielstarke 96er hatte für Schalke über weite Strecken die defensive Stabilität Vorrang vor schnellem, zielstrebigem Offensivspiel. Am Ende reichte es dennoch dank des Treffers von Höger (32.) zum Sieg für Schalke 04. Klar ist aber auch: Ohne Stürmerstar Huntelaar wird es schwer für Königsblau. (sid)

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