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Hoffenheim verpflichtet Torhüter Starke

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Für Duisburg bestritt der 29 Jahre alte Schlussmann 31 seiner bislang 33 Erstligaspiele.
Für Duisburg bestritt der 29 Jahre alte Schlussmann 31 seiner bislang 33 Erstligaspiele. © dpa

Mäzen Hopp, Trainer Rangnick und Sportchef Schindelmeiser hoffen auf die "Trendwende" in den nächsten Spielen. Sie präsentieren einen Nachfolger für den scheidenden Torwart Hildebrand. Von Jan Christian Müller

Von Jan Christian Müller

Es herrscht eine seltsam unentschiedene Stimmung am Dietmar-Hopp-Sportpark in Zuzenhausen, der 25 Millionen Euro teuren, wunderschönen Heimat der TSG Hoffenheim, vier Tage, nachdem der großzügige Mäzen in der Walldorfer Stadthalle gemeinsam mit 330 geladenen Gästen seinen 70. gefeiert hatte.

Hopp erhielt vor Ort Glückwünsche unter anderem von DFB-Boss Theo Zwanziger, von Ministerpräsident Stefan Mappus und einer großen Zahl weiterer Prominenz.

Auch Sportdirektor Jan Schindelmeiser gratulierte, aber fröhlich sieht man den Geschäftsführer mit Vertrag bis 2014 derzeit nicht in seinem Büro mit Blick auf den Trainingsplatz sitzen. Nun ja, das 5:1 gegen den HSV und zuvor das wacker erkämpfte 1:1 in Dortmund haben zum Ende einer insgesamt verkorksten Saison Hoffnung "auf eine Trendwende" geschürt, sagt der 46-Jährige tapfer.

Macht Rangnick weiter?

Aber um diese Trendwende zu manifestieren und das sensible Innenleben im Klub vielleicht noch stabilisieren zu können, sind die beiden letzten Spiele in Frankfurt und gegen den enteilten Lokalrivalen Stuttgart alles andere als ein entspannter Saisonausklang einer Mannschaft aus dem Niemandsland der Tabelle.

Allen voran für Trainer Ralf Rangnick, der offenbar selbst noch nicht weiß, ob er die Kraft aufbringt, seine Mission weiterzuführen. "Für den Ralf", sagt Schindelmeiser, "ist es extrem wichtig, dass die Spieler erkennen: Wir können wieder erfolgreich sein mit dem, was der Trainer uns vorgibt."

Der Manager ist außerdem sicher, dass die schmerzhafte Fallhöhe von der sensationellen Wintermeisterschaft 2009 zum zweistelligen Tabellenplatz 2010 eine "wertvolle Erfahrung für uns alle werden kann, auch, um uns selbst zu erden und dann gestärkt aus der Situation hervorzugehen". Man könnte diese Worte durchaus so interpretieren: Die Gier nach europäischen Fleischtöpfen war in Hoffenheim zu schnell zu groß geworden. Schindelmeiser sieht den Klub, den Spiegel online zuletzt sehr treffend-ironisch als "1899 Bangenheim" vorstellte, dabei auch als Getriebenen:

"Wir müssen uns doch von außen nicht die Saisonziele vorgeben lassen. Es kann niemand von einem Verein schon im zweiten Jahr Bundesliga erwarten, dass er dauerhaft um europäische Plätze mitspielt." Nur: Mit der Verpflichtung des inzwischen 32-jährigen Jo Simunic für sieben Millionen wurde bei jenem Verein, der bis dahin konsequent auf aufstrebende Jungprofis gesetzt hatte, genau dieses Signal ausgesendet.

Kurs der neuen Bescheidenheit

Hopp, Schindelmeiser und Rangnick müssen sich nun auf eine gemeinsame Strategie einigen. Entweder auf eine bescheidenere, mit der sich der Verein artig hinter den Topklubs im Mittelfeld einordnet und eine junge Mannschaft aus den laufenden Einnahmen ohne ständigen Zuschuss aus dem Hause Hopp finanziert. Oder auf eine ambitionierte, die Hopp, der bereits rund 200 Millionen Euro in Personal und Infrastruktur investierte, weiter viel Geld kosten würde, bei entsprechenden Zuwendungen aber durchaus auch mal in die Europa League führen könnte.

Rangnicks Ehrgeiz dürfte eher letztere Variante bevorzugen; Schindelmeiser tendiert zu einer nachhaltigeren Entwicklung; Hopp ließ bereits durchblicken, dass die Komfortzonen am Stadion in Sinsheim und am exakt zehn Kilometer entfernten Trainingszentrum Zuzenhausen womöglich allzu behaglich auf die Fußballprofis gewirkt haben könnten.

Das klingt nach einem Kurs der neuen Bescheidenheit. Die nächsten zwei Wochen werden zeigen, ob Rangnick und Schindelmeiser und Hopp eine gemeinsamen Weg finden - oder sich voneinander trennen.

Starke kommt ablösefrei aus Duisburg

Unterdessen ist der Fußball-Bundesligist bei der Suche nach einem Nachfolger für Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand fündig geworden. Wie der Club am Freitag mitteilte, wechselt Tom Starke ablösefrei vom Zweitligisten MSV Duisburg in den Kraichgau und erhält dort einen Dreijahresvertrag. Am Dienstag hatten die Hoffenheimer verkündet, dass sie den nach dieser Saison auslaufenden Kontrakt von Hildebrand nicht verlängern.

"Ich freue mich auf die Herausforderung in Hoffenheim", sagte Starke, der in der laufenden Saison bislang 30 Mal für den MSV zwischen den Pfosten stand. Für Duisburg bestritt der 29 Jahre alte Schlussmann in der Saison 2007/2008 auch 31 seiner bislang 33 Erstligaspiele. Zudem stand der 1,94 Meter große Keeper in der Spielzeit 2003/2004 zweimal für den Hamburger SV in der Eliteklasse zwischen den Pfosten.

Starke ist der erste Neuzugang der Hoffenheimer für die kommende Saison. Nach Aussagen von Trainer Ralf Rangnick sollen noch ein oder zwei Stürmer sowie ein Mittelfeldspieler verpflichtet werden. (mit dpa)

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