Basketball

Hoch hinaus

Die Towers-Basketballer richten sich oben ein.

Marvin Willoughby will nicht in Demut erstarren. Lediglich den Klassenerhalt als Ziel auszugeben, das ist dem Geschäftsführer und Sportlichen Leiter der Hamburg Towers zu billig. Sein Team hat vor wenigen Wochen erst den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga geschafft. „Es kann nicht unser Ziel sein, einfach nicht abzusteigen“, stellt der 41-Jährige klar. „Wir wollen etwas erreichen und ein Playoff-Team in der Bundesliga sein. Ich weiß nicht, ob wir das gleich im ersten Jahr schaffen. Aber wir gehen mit der Einstellung in die Saison, dass das grundsätzlich unser Ziel ist.“

Von den finanziellen Möglichkeiten her sind die Hamburg Towers, wie der Vereinsboss gesteht, im unteren Drittel der Liga anzusiedeln. Vergangene Saison belief sich der Etat auf geschätzte 2,3 Millionen Euro. Für die Zulassung zur Bundesliga mussten die Hamburger einen Mindestetat von drei Millionen Euro vorweisen. Das gelang auch, weil die Basketballer seit Anfang des Jahres mit dem Schienenlogistikunternehmen VTG einen Hauptsponsor haben.

Die wichtigste Aufgabe besteht darin, einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen. Die Towers hatten zuletzt nur noch Einjahres-Verträge vergeben, um nach jeder Saison alle Handlungsoptionen zu haben. Der Nachteil daran: Auch die Zukunft von Spielern wie Andrew Barham, dem effektivsten Korbjäger der Towers, ist dadurch ungeklärt. Die Verantwortlichen müssen viel Verhandlungsarbeit leisten.

Erste Erfolge gibt es bereits: Zuletzt wurde die Vertragsverlängerung von Beau Beech bekanntgegeben. Der US-Amerikaner hatte vergangene Saison teamintern die zweitmeisten Punkte auf dem Konto. „Beau trägt einen entscheidenden Anteil am Aufstieg, war wichtig als Akteur und Mensch. Er ist der geborene Anführer“, lobt Trainer Mike Taylor.

Zukünftig könnte es mehr längerfristige Verträge bei den Hamburg Towers geben. Junioren-Nationalspieler und Eigengewächs Justus Hollatz hat im Mai sogar einen Dreijahresvertrag unterschrieben.

Dass dem Hamburger Fußball die zweite Saison in Serie ohne Bundesliga-Zugehörigkeit bevorsteht, könnte sich für den Basketball zum Vorteil entwickeln. „Die fußballverwöhnten Hamburger stecken in einem emotionalen Tief, weil der HSV und auch St. Pauli nicht aufgestiegen sind“, sagt Willoughby. „Wir sind genau im richtigen Moment in diese Lücke eingetreten und sind nun von den großen relevanten Ballsportarten der einzige Erstligist. Wir sehen großes Potenzial, dass dadurch unser Sport mehr in den Vordergrund rückt.“ (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion