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Siegt auch mit schwachem Motor: Max Verstappen.

Max Verstappen

Ein Hitzkopf kühlt ab

Max Verstappen gilt inzwischen als bester Fahrer im Formel-1-Feld.

Wie gut ist Max Verstappen wirklich? Wie gut könnte er schon sein, wenn er das beste Auto im Feld steuern würde? Solche Vergleiche sind schwierig in der Formel 1, Nico Rosberg erlaubt sich trotzdem ein Urteil. „Säße Verstappen in einem Mercedes“, sagt der Ex-Weltmeister, „dann würde er die WM jetzt anführen. Vor Lewis Hamilton. Verstappen ist im Moment der beste Fahrer da draußen.“

Rosberg ist nicht der einzige, der große Stücke auf den Red-Bull-Piloten hält. Verstappen gilt nach seinem Sieg am vergangenen Wochenende in Hockenheim auch beim Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL) in Ungarn als Mitfavorit. Den Quervergleich mit Hamilton darf aber vor allem Rosberg sich erlauben – schließlich ist er der einzige, der den Briten seit 2014 im WM-Kampf geschlagen hat.

Das einstige Supertalent Verstappen, immer noch erst 21 Jahre alt, trete in dieser Saison „sehr beeindruckend“ auf: „Er liegt sogar vor den beiden Ferraris, die bisher insgesamt sicher das bessere Auto hatten.“ Zwei der vergangenen drei Rennen hat der Niederländer gewonnen, der meist begleitet wird von Zehntausenden Fans, von seiner „Orange Army“. In der WM-Wertung liegt Verstappen auf Rang drei (162 Punkte), 63 Zähler hinter Weltmeister Hamilton (225), nur noch 22 hinter dessen Teamkollegen Valtteri Bottas (184).

Hamiltons Ehrgeiz geweckt

Zweifellos sitzt er nicht im besten Auto. Der Red Bull hat einen Honda-Motor im Heck, das ist immer noch der schwächste Antrieb hinter Ferrari, Mercedes und Renault. Das frühere Weltmeisterteam punktet seit jeher eher mit einem starken Chassis, das eröffnet allerdings nur auf manchen Strecken Chancen. Der Unterschied zwischen dem Max Verstappen von 2019 und dem der vergangenen Jahre: Er nutzt diese Chancen nun, weil er deutlich kühler agiert.

In seinem fünften Jahr in der Königsklasse hat Verstappen dies auch selbst an sich beobachtet. „Zu wissen, wann man ein Risiko eingeht und wann besser nicht, hilft mir auf jeden Fall weiter“, sagt er. Für seinen Teamchef Christian Horner ist das eine erwartbare Entwicklung. „Er kam so jung in diesen Sport, und es ist ganz natürlich, dass sich mit zunehmendem Alter und Erfahrung die Perspektive ändert“, sagt der Brite. Schon in den vergangenen Jahren war schließlich erkennbar: Verstappens Talent erlaubt große Erfolge. Die Frage war nur, wann auch der Kopf die Entscheidungen trifft, die ein Weltmeister auf der Strecke treffen muss.

Nach zahlreichen Fehlern zu Beginn der vergangenen Saison präsentierte sich Verstappen schon im zweiten Halbjahr 2018 reifer. Und vielleicht ist 2019 die Saison, in der aus dem Jahrhunderttalent endgültig der Toppilot wird. Verstappens Zukunft wirkt so vielversprechend, dass er längst auch mit den Topteams in Verbindung gebracht wird. Die Spekulation, er könne schon 2020 zu Mercedes wechseln, ziehen sich über Monate. Das ist unwahrscheinlich – zumindest einer hätte aber mittlerweile nichts mehr dagegen, sich mit Verstappen zu messen.

„Ich habe gehört, dass ich ihn nur schlage, weil wir in verschiedenen Autos sitzen“, sagte Hamilton in Budapest. Da würde er schon ganz gerne das Gegenteil beweisen. (sid)

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