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Heiner Brand im FR-Interview: eine Handballer-Legende als Spieler wie als Bundestrainer.
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Heiner Brand im FR-Interview: eine Handballer-Legende als Spieler wie als Bundestrainer.

Task Force Handball-Nationalmannschaft

Heiner Brand will endlich Taten sehen

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Nach dem Krisengipfel bleibt die Zukunft des Handball-Bundestrainers weiter offen: „Habe mich noch nicht entschieden,“sagt der Weltmeistertrainer.

Die Fragen stehen weiter im Raum: Bleibt Heiner Brand Handball-Bundestrainer? Oder zieht der 58 Jahre alte Weltmeistertrainer und -spieler nach der missratenen WM die Notbremse? Eine am Dienstag vom Deutschen Handball-Bund (DHB) verschickte Pressemitteilung brachte zunächst wenig Licht ins Dunkel. DHB-Boss Ulrich Strombach und DHB-Vize Horst Bredemeier „erörterten“ demnach am Montag in der Nähe von Gummersbach mit Brand „die Situation nach dem enttäuschenden Ergebnis“. Die deutschen Handballer waren in Schweden auf einem ernüchternden elften Platz gelandet.

Brand erhielt laut DHB-Pressemitteilung „hundertprozentige Rückendeckung und Unterstützung insbesondere auch im Zusammenhang mit seinen Bemühungen um Veränderungen bezüglich der Rahmenbedingungen der Nationalmannschaft und die Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Bundesliga“. Das ist nicht neu. Schon während der WM hatten Strombach und sein Vize Deutschlands bekanntestem Schnauzbart Rückendeckung gegeben. Eine Auflösung von dessen bis 2013 datiertem Vertrag stand nie zur Diskussion. Doch Brand kokettiert mit seinem Rückzug. „Ich habe mich noch immer nicht entschieden, ob ich weitermache oder nicht“, bestätigte er am Dienstag auf FR-Anfrage.

Eine Hängepartie? Kurt Klühspies sieht das anders. Der Weltmeister von 1978 teilte mit Brand bei großen Turnieren einst das Zimmer. Sie sind bis heute eng befreundet. Klühspies befürchtet, „dass Heiner die Nase voll hat und wir bald einen neuen Bundestrainer sehen werden“. Vermutlich könnte er noch deutlicher werden, will es aber nicht. Bei den indiskutablen Vorstellungen in der WM-Hauptrunde gegen Ungarn und Norwegen saß Klühspies auf der Tribüne. Nach dem Abpfiff war er einer der ersten Ansprechpartner für seinen meist geknickten Kumpel aus Gummersbach.

Dass Klühspies Brands Demission erwartet, liegt nicht etwa am schlechten WM-Abschneiden: „Seit Jahren fordert Heiner Veränderungen von der Liga, passiert ist so gut wie gar nichts. Von daher weiß ich nicht, wer ihn jetzt noch zurückholen soll.“ Brand fordert eine Quotenregelung zugunsten deutscher Spieler in der Bundesliga, die als beste Handballliga der Welt gilt. Die Probleme im deutschen Handball erinnern fatal an jene im englischen Fußball. Auch die englische Premier League gilt in ihrer Sportart als beste Liga der Welt. Auch dort besetzen ausländische Spieler die Schlüsselpositionen in den Klubs. Konsequenz: die englische Nationalmannschaft spielte im Konzert der Großen zuletzt keine Rolle mehr.

Der DHB verknüpft seine Hoffnung, Brand halten zu können, mit der Gründung einer „Task Force Nationalmannschaft“, die Verband und Liga schon am Freitag an einen Tisch bringen wird. Als Mediator fungiert Ex-Nationalspieler Volker Zerbe, mittlerweile Geschäftsführer des TBV Lemgo und Präsidiumsmitglied der Handball-Bundesliga (HBL). Neben Zerbe gehören der Task Force HBL-Präsident Reiner Witte und Bob Hanning (Füchse Berlin) sowie Strombach, Bredemeier und Brand für den Verband an. Alle relevanten Kräfte im DHB und in der Liga sollen ein Bekenntnis zum Bundestrainer abgeben und „Rückendeckung für die notwendigen strukturellen Änderungsmaßnahmen“ geben, hieß es in der DHB-Mitteilung von Dienstag.

Derlei Bekenntnisse hat Brand in 14 Jahren Amtszeit schon viele gehört. Er will endlich Taten sehen. Und da ist er wenig optimistisch: „Ich werde mit am Tisch sitzen“, sagte der Bundestrainer im Unruhestand der FR, „aber ich kann noch nicht wirklich glauben, dass sich etwas ändern wird. Warten wir es mal ab.“

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