Martin Kaymer verfehlt den Cut.
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Martin Kaymer verfehlt den Cut.

Golf

Heimreise nach Katastrophenrunde

Nach seinem starken Auftakt landete Martin Kaymer bei der PGA Championship schnell auf dem Boden der Realität. Eine 82 auf der zweiten Runde kostete ihn den Cut.

Die Szene hatte Symbolcharakter. Martin Kaymer stand im Sandbunker, er schüttelte kaum merklich den Kopf, hob sichtlich ratlos die Arme und ließ sie direkt wieder sinken. Es gab ja auch keine offensichtliche Erklärung für den Leistungseinbruch des 35-Jährigen am zweiten Tag der PGA Championship in San Francisco. 24 Stunden zuvor nach einer grandiosen 66 noch unter den Top Drei, scheiterte Kaymer mit einer indiskutablen 82 auf der zweiten Runde am Cut.

Am sogenannten Moving-Day trat der Mettmanner bereits mit dem Flieger die Heimreise nach Deutschland an. „Mein Spiel ist noch nicht konstant genug nach der langen Pause, es gab viele kleine Fehler die auf einem Major-Platz hart bestraft worden sind“, sagte Kaymer.

Zwölf über Par in der Tageswertung, acht über dem Cut, von Platz drei ins Niemandsland abgestürzt – eine indiskutable Bilanz für einen Golfer von Kaymers Format. Vor allem die ersten neun Löcher der zweiten Runde stürzten den 35-Jährigen ins sportliche Desaster, am einfachen Loch eins spielte er bereits eins über Par. Es folgten Bogeys, Doppel-Bogeys und sogar ein Triple-Bogey bei nur einem Birdie auf der zweiten Neun.

Vom Glanz der Auftaktrunde nichts mehr zu spüren, doch aus seinem starken Turnierstart schöpft Kaymer Hoffnung. „Aus der ersten Runde nehme ich viel Gutes mit und bereite mich jetzt auf die kommenden Turniere in Europa vor“, sagte der einstige Weltranglistenerste. Dort geht es für ihn auf der Europa Tour weiter, ehe Mitte September mit der US Open das nächste Major in den USA ansteht.

2010 hatte Kaymer die PGA Championship gewonnen, es war sein erster von bisher zwei Titeln bei einem Major, der zweite folgte bei der US Open 2014. Im Februar 2011 war Kaymer die Nummer eins der Welt, mittlerweile ist er an Position 128 notiert.

Kaymer hatte wegen der Corona-Zwangspause seit Mitte März nur ein Turnier gespielt, vergangene Woche schied er bei der Barracuda Championship in Truckee ebenfalls bereits nach zwei Runden aus. Seine Erwartungen an die PGA Championship waren deshalb „sehr niedrig, um ehrlich zu sein, weil ich nicht wusste, wo mein Spiel steht“.

Nur unwesentlich besser als Kaymer erging es im TPC Harding Park Megastar Tiger Woods, der sich zwar mit einer 72 in die zweite Turnierhälfte rettete, doch nach einer weiteren 72 auf der dritten Runde endgültig alle Siegchancen einbüßte. „Ich bin frustriert“, sagte der langjährige Weltranglistenerste, der elf Schläge hinter Spitzenreiter Dustin Johnson liegt.

Der Weltranglistenfünfte Johnson fühlt sich in der Pole Position vor der letzten Runde ganz wohl. „Ich war schon ein paar Mal bei einem Major der Gejagte. Aber ich habe auch schon einen Major-Titel gewonnen. Diese Erfahrung wird mit Sicherheit von Vorteil sein“, sagte der US-Open-Sieger von 2016. Auf der Schlussrunde muss er das nun beweisen. (sid)

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