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Der Heilpraktiker-Beruf

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Noch heute wird der Heilpraktiker-Berufsstand - oft von Schulmedizinern, aber auch durch Unwissenheit - mit Scharlatanerie oder gar Esoterik in einen Topf

Noch heute wird der Heilpraktiker-Berufsstand - oft von Schulmedizinern, aber auch durch Unwissenheit - mit Scharlatanerie oder gar Esoterik in einen Topf geworfen. Dieser Konflikt ist alt.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gehen akademisch-ärztliche Medizin und Naturheilkunde in ihren Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit eigene Wege. Auch wenn es seit der Gründung von Universitäten mit der scholastischen Medizin die Behandlung durch studierte Ärzte gab - neben den Heilbehandlern aus dem Volk - gingen beide Gruppen lange Zeit von gemeinsamen Grundvorstellungen in der Heilkunde aus.

Als Reaktion auf die neue wissenschaftliche Medizin formierte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts auch die empirische Heilkunde neu mit dem Gebot, in ihren Heilweisen den Weg der Natur nachzuvollziehen, möglichst natürlich zu behandeln, auf jeden Fall nicht zu schaden.

Die Heilkunde speist sich aus drei Quellen: Der geistig-philosophischen Bewegung des ausgehenden 18. Jahrhunderts, der volksmedizinischen Bewegung zu Beginn des 19. Jahrhunderts und den Impulsen, die auf antikes Gedankengut zurückgriffen.

Von der Antike bis zur Neuzeit waren der freien Ausübung der Heilkunde keinerlei Grenzen gesetzt. In breiten Bevölkerungskreisen geschah dies überwiegend durch die Heilkundigen aus dem Laienstand. Die Aufhebung der allgemeinen Kurierfreiheit 1851 beendete diesen Rechtszustand, konnte die Weiterentwicklung jedoch nicht hemmen. Nach Wiedereinführung der Kurierfreiheit 1896 formierten sich die unterschiedlich Heilkundigen - etwa Kräuterheiler, Knochenrenker, Homöopathen und Magnetophaten - kontinuierlich zu einem Berufsstand.

Das Heilpraktikergesetz von 1939 regelte die weitere Tätigkeit der Heilkundigen mit einer behördlichen Erlaubnis und legte die Berufsbezeichnung Heilpraktiker fest. Die weitere Erlaubniserteilung konnte jedoch nur noch in Ausnahmefällen erworben werden. Erst 1952 wurde diese Einschränkung, die quasi einem Ausbildungs- und Zulassungsverbot gleichkam, als nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, aufgehoben. Das Heilpraktikergesetz wurde damit die rechtliche Grundlage für die "Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne als Arzt bestallt zu sein". ute

FR vom 21.9.2002

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