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Eine Patientin wird im Krankenhaus der chinesischen Stadt Tianjin mit "heißer Akupunktur" behandelt. Dabei werden Moxe-Kräuter benutzt, die Nadeln und Haut erwärmen. Als Alternative zur hochtechnisierten Apparatemedizin findet die ärztliche Heilkunst aus dem fernen Osten in Europa zunehmend Anerkennung

Heilkräuter zeigen Wirkung in Krebs-Therapie

Chinesische Heilkräuter könnten künftig in der Krebs-Therapie eine Rolle spielen: Substanzen aus diesen Kräutern sind in der Lage, Resistenzen von Tumorzellen gegen eine Chemotherapie zu überwinden.

Heidelberg (ap). Chinesische Heilkräuter könnten künftig in der Krebs-Therapie eine Rolle spielen: Substanzen aus diesen Kräutern sind in der Lage, Resistenzen von Tumorzellen gegen eine Chemotherapie zu überwinden. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigten, dass die Moleküle Wogonin und Rocaglamid bösartige Zellen schädigen können.

Eine Chemotherapie zerstört Krebszellen unter anderem, indem sie im Tumor den programmierten Zelltod, die Apoptose, auslöst. Allerdings können sich Tumorzellen während der Therapie verändern und resistent werden. Wirkstoffe aus chinesischen Heilkräutern könnten diese Krebszellen wieder für das Zelltod-Signal sensibilisieren.

Die Forscher zeigten im Labor, dass die Pflanzenwirkstoffe Wogonin und Rocaglamid entartete Zellen des Blutes und des Abwehrsystems zerstören. Bösartige Tumore in Mäusen schrumpften durch Behandlung mit den Wirkstoffen stark. Gesunde Zellen wurden dagegen nicht oder nur geringfügig geschädigt.

Nun wollen die Wissenschaftler den Wirkmechanismus der Kräuterextrakte genau aufklären und sie als Medikamente für die Krebstherapie weiterentwickeln. Sie untersuchen vor allem entartete Zellen des Abwehrsystems, die Leukämien und bösartige Tumoren des Lymphsystems verursachen. Die Wirkstoffe sind aber auch bei anderen Tumoren anwendbar.

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